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Neuss
Wird Michael Ziege der Nachfolger von Hartmut Rohmer?

Neuss. Der Sitzungsleitung war vor allem in einem Punkt anzumerken, dass es die letzte für Hartmut Rohmer war. Der SPD-Politiker eröffnete diese letzte Sitzung des Kulturausschusses unter seiner Führung mit den Worten: "Heute mache ich, was immer wieder gefordert wurde: Ich spreche nah ins Mikrofon." Großes Gelächter war der Kommentar, überhaupt zeigten sich die Kulturpolitiker in lockerer Stimmung, was zu dem von allen Beteiligten sehr persönlich formulierten Abschied von Rohmer als Vorsitzender passte. Von Helga Bittner

Wer Rohmers Nachfolger wird, war in dieser letzten Sitzung kein Thema. Auf jeden Fall bleibt das Vorschlagsrecht bei der SPD. So soll die Vorsitzende des Schulausschusses, Gisela Hohlmann, im Gespräch gewesen sein, aber sie kommentiert Gerüchte über einen Stuhl-Tausch mit den Worten: "Das ist Quatsch." Zu den Kandidaten gehört auf jeden Fall Michael Ziege (30), der seit der Kommunalwahl 2014 Mitglied im Kulturausschuss ist und dort auch oft genug für die SPD-Fraktion spricht. Sarah Bührt, die ebenfalls im Gespräch war, ist keine Option mehr, da auch sie aus dem Rat und dem Kulturausschuss verabschiedet wurde, weil sie aus Neuss wegzieht. Ziege bringt auf jeden Fall mit, was gern gesehen wird: Er ist jung, eloquent, hat ein Händchen für Politik und kann auf andere zugehen. Dass er zudem zum Vorstand der SPD Neuss gehört, kann auch nicht schaden. Am 4. September, wenn Rohmer von der SPD-Fraktion offiziell verabschiedet wird, soll auch seine Nachfolge endgültig bestimmt werden. Im Rat wurde Rohmer am vergangenen Freitag verabschiedet, als sachkundiger Bürger bleibt er dem Kulturausschuss und als kulturpolitischer Sprecher der SPD Neuss erhalten.

Kulturdezernentin Christiane Zangs begann den Lobesreigen für Rohmer, der am Freitag nach 18 Jahren aus dem Rat verabschiedet wurde. Sie zollte seiner Arbeit großen Respekt und gab einen Rückblick auf die vielen Themen, die seit 2004, als Rohmer den Vorsitz übernahm, den Ausschuss beschäftigt hatten. Rohmer, der ihr damals als jemand annonciert wurde, der "unglaublich penibel ist, aber sich sehr für die Sache einsetzt", nahm den Faden auf, aber kam mit Blick auf manche Themen zu einer anderen Bewertung. Denn er redete nichts schön, bekannte etwa, dass die Ablehnung der Jugendstil-Sammlung durch den Rat trotz des einstimmigen Ja "seines Fachausschusses" immer noch nagt: "Und das nicht nur an mir." Trotz des einen oder anderen Scharmützels mit der Kulturverwaltung gab er zu, in "ungemeiner Freude" immer wieder mit einer "ideenreichen und innovativen Verwaltung" zusammengearbeitet zu haben. Für die CDU blieb da nicht viel übrig, aber Martin Flecken und Joachim Goerdt fanden sehr freundliche Worte für den 73-Jährigen.

Quelle: NGZ
 
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