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Neuss
Wirtschaft erwartet Aufschwung

Neuss. Laut einer aktuellen Umfrage der Industrie-und Handelskammer bleibt die Konjunktur in Düsseldorf und der Region solide. Die Betriebe rechnen zudem damit, dass sich ihre Lage 2017 noch weiter verbessert. Von Dagmar Haas-Pilwat

Seit drei Jahren bewegt sich die regionale Wirtschaft auf einem soliden Kurs. "Die Konjunktur ist stabil auf hohem Niveau. Weiter tonangebend ist die Inlandsnachfrage, während aus dem Ausland derzeit keine Impulse spürbar sind", fasst der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Düsseldorf, Gerhard Eschenbaum, das Ergebnis der Umfrage der Kammern Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein zusammen.

Ähnlich wie bereits zu Jahresbeginn, berichten 39 Prozent der Befragten quer durch alle Branchen über gute Geschäfte, weitere 48 Prozent beurteilen ihre Lage zufriedenstellend. Trotz Risiken wie steigenden Arbeitskosten durch höhere Löhne sowie der Gesundheits- und Rentendiskussion, schwachen Exports und Unsicherheiten wegen des Brexit, der anstehenden USA-Wahlen sowie der Lage in Russland, rechnen die Unternehmen mit einem leichten Wachstum in nächster Zeit. Es werde, so Eschenbaum, allgemein mehr investiert und Unternehmen aller Branchen möchten zusätzliche Arbeitskräfte einstellen. Jeder fünfte unter den Befragten plant, in den nächsten zwei Jahren Flüchtlinge einzustellen. Zwölf Prozent sind bereits dabei. Alles in allem setzt die regionale Wirtschaft auf ein Wachstum in nächster Zeit und geht mit mehr Zuversicht als zum Jahreswechsel 2015/16 ins neue Jahr. Die Branchen im Detail.

Die Bauwirtschaft boomt weiter. Insbesondere der Wohnungsbau und die Infrastrukturprojekte in der Region gelten als Haupttreiber. Getrübt werde die Stimmung durch den Fachkräftemangel und steigende Arbeitskosten. Beides seien Folgen der guten Baukonjunktur. Erfreulich seien die Beschäftigungs-Pläne. "Allerdings können bereits heute mehr als 80 Prozent der Betriebe mit Personalbedarf aufgrund des Fachkräftemangels offene Stellen zwei Monate oder länger nicht besetzen", sagt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein.

Der Einzelhandel berichtet zum dritten Mal in Folge von gleichbleibend guten Umsätzen - und das erstmals seit dem Wiedervereinigungsboom. Der private Konsum ist und bleibt die Stütze der Konjunktur. Die aktuell noch niedrigen Energiepreise, das anhaltend gedrückte Zinsniveau, steigende Einkommen und ein hoher Beschäftigungsgrad, versetzen die Verbraucher in Kauflaune. Besonders hoch seien die Erwartungen der Einzelhändler mit Automobilen, IT- und Kommunikationsgeräten sowie der Möbelhandel.

Der Großhandel - ebenfalls konsumnah - schätzt seine zuvor schon überdurchschnittlich gute Lage über alle Sparten weiter positiv ein und geht von einer Steigerung aus. Dies gilt etwa für Großhändler mit elektrischen Haushaltsgeräten sowie, auf niedrigerem Niveau, für die mit Bekleidung und Textilien. Die Industrie erwartet ein gutes Jahr 2017. "Die verarbeitenden Betriebe sind optimistischer als zuletzt. Mehr als Drittel von ihnen rechnet mit einer Verbesserung der Geschäftslage", betont Steinmetz. Ausländische Kunden stehen in der Chemie und im Maschinenbau im Fokus, im Druckereigewerbe und der Metallerzeugung die Inlandsmärkte.

Die Dienstleister beurteilen ihre Geschäftslage als unverändert gut. Ihre Beschäftigungspläne sind sogar deutlicher aufwärtsgerichtet, als in den anderen Wirtschaftszweigen. Besonders gut läuft es bei Unternehmensberatern, Immobilienmaklern und in den Architekturbüros.

Quelle: NGZ
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