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Neuss
Wo das Trinkwasser gespeichert ist

Neuss: Wo das Trinkwasser gespeichert ist
Die erste Führung durch das Wasserwerk Broichhof war ausgebucht. Wegen der großen Nachfrage gibt es einen zweiten Termin am 17. Oktober. FOTO: Woi
Neuss. In der Führung zu "Neusser Räume" ging es um das Wasserwerk Broichhof. Von Dagmar Fischbach

So ein Pech. Genau zum Start der Führung "Neusser Räume" öffnete Petrus gestern die Schleusen. Passend zum Thema der Führung. Denn gestern stand das Wasserwerk Broichhof im Stadtwald auf dem Programm. "Allerdings spielt der Sommerregen für uns keine bedeutende Rolle. Die Grundwasserspeicher füllen sich in Herbst und Winter", erläutert Werksleiter Stefan Alef. Er leitete die Führung durch das älteste noch aktive Wasserwerk der Stadt und Umgebung.

Aus rund 30 Metern Tiefe fördern die sechs Brunnen jährlich rund 3,3 Milliarden Liter Grundwasser. Vom Broichhof aus werden rund 20 000 Haushalte im Neusser Norden mit Trinkwasser versorgt. Die Kapazität reicht nach Einschätzung des Experten noch Jahrzehnte aus. Denn der Verbrauch wird dank wassersparender Technik weiter sinken.

Trotzdem können nicht alle Neusser Stadtteile von einem Wasserwerk versorgt werden. Der Grund: Die Wasserrechte werden von der Bezirksregierung vergeben erlauben nur eine begrenzte Fördermenge. "Wir dürfen nicht unendlich viel Wasser aus dem Boden nehmen. Damit würden wir ihn quasi aussaugen und der Natur Schaden zufügen", erklärt Alef. Deshalb werden einige Stadtteile im Süden von der Grevenbroicher Kreiswasserwerken versorgt, andere bedient das Wasserwerk im Uedesheimer Rheinbogen. "Sollte eins unserer beiden Werke mal ausfallen, könnte das jeweils andere aber die komplette Stadt versorgen", erläutert Alef.

Als das Wasserwerk Broichhof am 22. August 1914 in Betrieb ging, wurde das Wasser noch mit Dampf betriebenen Pumpen aus der Tiefe geholt und ins damals rund 97 Kilometer lange Leitungsnetz gespeist. Heute steht in der alten Dampfmaschinenhalle ein riesiger Kanister mit Natronlauge. Sie sorgt dafür, dass der pH-Wert des Trinkwassers optimal bei 7,3 liegt.

Nach rund einer Sunde beendete Alef die Führung durch das Außengelände wegen des mittlerweile gießenden Regens vorzeitig. Wegen des großen Interesses gibt es für das Wasserwerk Broichhof noch einen zweiten Termin am 17. Oktober (Anmeldung in der Tourist Info oder unter www.neuss-marketing.de).

Quelle: NGZ
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