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Neuss
Wo die Christkinder geboren werden

Neuss: Wo die Christkinder geboren werden
Weihnachten im Kreißsaal des Lukaskrankenhauses: Das Team um den leitenden Arzt für die Geburtshilfe, Dominik García Pies, wartet auf die diesjährigen Christkinder. FOTO: Lukas
Neuss. In fünf Tagen ist Weihnachten: Auf den Geburtstationen in Neuss herrscht normaler Betrieb - aber etwas festlicher. Von Natalie Urbig

Weihnachtskugeln, ein Adventskranz und Tannenzweige zieren derzeit den Kreißsaal des Lukaskrankenhauses in Neuss. Auch im Johanna-Etienne-Krankenhaus wurde festlich geschmückt. Denn an den Weihnachtstagen geht der Betrieb auf den Neusser Geburtsstationen wie gewohnt weiter. Auch in diesem Jahr werden in der Quirinus-Stadt wieder einige Christkinder erwartet: Acht Frauen sind für den 24. Dezember im Lukaskrankenhaus ausgezählt, im Johanna-Etienne-Krankenhaus sind es sechs werdende Mütter, die sich bislang für Weihnachten angemeldet haben.

"Allerdings muss man dazu sagen, dass nur zwei Prozent der Kinder am errechneten Termin zur Welt kommen", sagt Suzanne Scott, stellvertretende Hebammenleiterin im Lukaskrankenhaus und fügt hinzu "dafür können es dann andere Frauen sein, die Heiligabend ihr Kind bekommen." Doch nicht nur für Geburten haben die beiden Stationen geöffnet. Während der Festtage sind sie auch die Anlaufstelle für Frauen, die zu einer ambulanten Kontrolle vorbeikommen. Denn genau wie an Wochenenden haben die gynäkologischen Praxen dann geschlossen. Geplante Kaiserschnitte werden in den beiden Krankenhäusern nicht an einem der drei Feiertage durchgeführt - es sei denn, es handelt sich um einen medizinisch- notwendigen Eingriff. "Ansonsten sind die Weihnachtstage für uns wie ein normales Wochenende, nur mit mehr Essen", sagt Caroline Brünger vom Lukaskrankenhaus und lacht. Dort gibt eine Früh-, Spät- und Nachtschicht, bei der jeweils drei Hebammen und zwei Ärzte anwesend sind. Da die Diensthabenden an jenen Tagen nicht mit ihrer Familie feiern können, ist es zu einer Tradition geworden, dass jeder etwas zu essen mitbringt und sich alle zu einem gemütlichen Zusammensein im Gemeinschaftsraum treffen - "manchmal wird aus dem Brunch, dann auch ein spätes Mittagessen", sagt Suzanne Scott, denn Geburten lassen sich nun einmal nicht planen.

Margarete ist die leitende Ärztin der Geburtshilfe am Johanna-Etienne Krankenhaus. NGZ-Archivfoto: Berns FOTO: Albiez

Dennoch liege an den Weihnachtstagen etwas Feierliches in der Luft - die frischgebackenen Mütter kommen mit ihren Verwandten zusammen und zelebrieren Weihnachten in Familienzimmern. Einige Frauen die entbunden haben, haben es an den Feiertagen eiliger nach Hause zu kommen, sagt Caroline Brünger, es ist allerdings in der Zeit schwieriger eine freiberufliche Hebamme zu finden, die die Wochenbettbetreuung über die Feiertage übernimmt.

Ähnliches kann auch Margarete Albiez, leitende Ärztin der Geburtshilfe am Johanna-Etienne-Krankenhaus in Neuss, erzählen: "An Weihnachten ist es von den Arbeitsabläufen wie immer, wir sind nicht weniger besetzt, die Versorgung ist wie an jedem anderen Tag", sagt sie. An Heiligabend ist am Vormittag noch ganz normaler Betrieb, je später es wird, desto feierlicher werde es.

Auch im Etienne-Krankenhaus setzen sich die Diensthabenden zusammen und feiern im kleinen Kreis. Die besinnliche Atmosphäre übertrage sich dann auf die ganze Station. "Einige der Eltern bringen etwa Kekse für uns mit", sagt sie. Schon jetzt sei auf der Geburtsstation viel los. Dennoch erlebt Margarete Albiez in diesem Jahr, dass die Eltern geduldiger geworden sind. In der Vergangenheit habe es werdende Eltern gegeben, die wollten, dass die Geburt vor den Feiertagen eingeleitet wird. Meistens, welche die schon kleine Kinder haben. Oft habe die Ärztin erlebt, dass der 24.12. kein beliebtes Geburtsdatum ist. Eine Hebamme aus dem "Etienne-Team" hat selbst ein Christkind und teilt ihre Erfahrungen mit den Weihnachtsmüttern.

Quelle: NGZ
 
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