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Neuss
Zeughauskonzerte mit neuen Gesichtern

Neuss. Die Saison 2016/17 der Klassik-Reihe beginnt am 19. September und umfasst bis 31. März zehn Konzerte.

Nach mehr als 25 Jahren, die Kulturreferent Rainer Wiertz das Programm der Zeughauskonzerte verantwortet, ist er in der Musiker-Szene so gut vernetzt, dass er jederzeit "Wiederholungstäter" findet oder aber auch junge, vielversprechende Talente auftreibt, die für einen Veranstalter noch bezahlbar sind. Die Künstler des Auftaktkonzerts zur neuen Saison am 19. September aber passen weder in die eine noch in die andere Kategorie.

Das Belcea Quartet wurde 1994 am Londoner Royal College of Music gegründet, kommt jetzt zum ersten Mal nach Neuss. Mit der rumänischen Violinistin Corina Belcea und dem polnischen Bratschisten Krzysztof Chorzelski sind noch zwei Gründungsmitglieder dabei, wichtige Impulse haben Mitglieder des Alban-Berg- und des Amadeus-Quartetts den Vieren gegeben, zu denen des Weiteren die Franzosen Axel Schacher (Violine) und Antoine Lederlin (Violoncello) gehören. In der neuen Saison reiht sich der Auftrittsort Zeughaus in eine Liste prominenter Konzertpodien wie die Wigmore Hall London, die Carnegie Hall New York oder das Concertgebouw Amsterdam ein. In Neuss werden die Musiker Streichquartette von Schubert, Schostakowitsch und Brahms spielen.

Das zweite Konzert am 4. Oktober beschert ein Wiedersehen mit Nicolas Altstaedt. Der überaus virtuose Cellist wird von dem Cembalisten Jonathan Cohen begleitet. Fünf Kompositionen stehen auf dem Programm, von Carl Emmanuel Bach, Dutilleux, Johann Sebastian Bach und Britten.

Der dritte Termin am 28. Oktober wird nicht nur von einem großen Instrumentalisten-Ensemble bestimmt, sondern auch von Neulingen im Zeughaus: das Ensemble Oxalys und die Mezzosopranistin Christianne Stotijn. Zusammen mit dem Programm geht es bei diesem Auftritt durch und durch europäisch zu. Ein flämisches Ensemble (1993 in Brüssel gegründet) präsentiert mit einer spanischen Sängerin vor allem Werke französischer Komponisten - nämlich unter anderem Ravel, Debussy und Chausson.

Mit dem Pianisten - und einem guten Zeughaus-Bekannten - Joseph Moog geht die Reihe am 17. November weiter. Der 1987 geborene Musiker ist längst aus dem Wunderkind-Status (er begann mit vier Jahren Klavier zu spielen) heraus, bereits vielfach ausgezeichnet und auf dem besten Weg zu einem großen Pianisten. Er bringt Werke von Busoni, Haydn, Beethoven, Reger und Debussy mit.

Wie das Programm des fünften Konzerts der Saison - und letzten des Jahres 2016 - aussieht, ist noch nicht klar. Nur so viel steht fest: Festliche Tafel- und Hofmusik aus Frankreich und Deutschland wird das Elbipolis Barockorchester Hamburg am 5. Dezember im Zeughaus spielen. Schon vor rund sechs Jahren waren sie dort mit einem Konzert in der Vorweihnachtszeit zu Gast.

"Der besondere Abend" in der Zeughaus-Reihe am 19. Januar entführt die Zuhörer in ein Reich "Zwischen den Welten". Und das mit an dieser Stelle eher selten zu hörenden Instrumenten: Mandoline, Akkordeon und Perkussion. Avi Avital, Ksenija Sidorova und Itamar Doari sind zum ersten Mal zu Gast in Neuss und bedienen sich der Musik aus Rumänien, Israel, Deutschland, Spanien, Bulgarien, der Türkei, Georgien oder Brasilien.

Der französische Weltklasse-Pianist Alexandre Tharaud kommt zu einem ersten Konzert überhaupt im Zeughaus (am 31. Januar) gleich mit einem Höhepunkt der Barockmusik: Bachs Goldberg-Variationen. Das Quatuor Hermès und Pianist Matan Porat waren jeweils schon zu Konzerten in Neuss und werden bei ihrem gemeinsamen Auftritt am 17. Februar Werke von Boccherini, Mozart und Schumann spielen. Violinistin Carolin Widman ist zwar zum ersten Mal im Zeughaus zu erleben, aber in Neuss nicht unbekannt, weil sie schon beim Shakespeare-Festival und auf der Insel Hombroich gespielt hat. Am 7. März bringt sie den Pianisten Alexander Lonquich mit, ebenfalls bekannt vom Inselfestival in Hombroich. Bislang steht nur fest, dass sie Schuberts Fantasie C-Dur spielen werden.

Den Abschluss der Zeughaus-Saison bildet dann am 31. März das Trio Amstrong mit Werken von Byrd, Rameau, Haydn und Schubert. Kit Armstrong (Klavier), Andrej Bielov (Violine) und Adrian Brendel (Violoncello) sind auch schon Neuss-erfahren, waren beim Inselfestival dabei.

(hbm)
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