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Neuss
Zum Jubiläum neue Orgel für St. Pius

Neuss. Am 4. März 1966 besiegelte der Kölner Erzbischof Josef Kardinal Frings mit einer Unterschrift die Gründung der St.-Pius-Gemeinde. Der heutige Festtag soll Auftakt zu einer Auseinandersetzung über die Zukunft der Gemeinde sein. Von Christoph Kleinau

Es begann mit einer kleinen Notiz im Amtsblatt des Erzbistums Köln: Am 4. März 1966 hat der aus Neuss stammende Kölner Erzbischof Josef Kardinal Frings eine Urkunde unterschrieben, die mit knappen Worten festhält, dass das abhängige Rektorat St. Pius X. in Neuss gegründet worden ist. Diese Notiz wurde zur Geburtsurkunde der Pfarrei, die heute 2100 Katholiken zählt und sich zum 50. Jahrestag ihrer Gründung selbst beschenkt: In der Festmesse heute Abend um 18 Uhr erklingt zum ersten Mal die neue, allerdings gebraucht gekaufte Orgel. Geweiht wird sie voraussichtlich am Pfingstmontag, 16. Mai.

Die Gemeinde feiert den Geburtstag mit einer Statio, einem kurzen Gottesdienst am Kardinal-Frings-Denkmal neben der Quirinus-Basilika (16.30 Uhr) und der Festmesse in der Piuskirche. Dazwischen kommmt sie zu einem kurzen Gebet in der Kirche Heilige Dreikönige zusammen - der Mutterkirche.

"Die 1911 aus der Pfarrgemeinde St. Quirin hervorgegangene Pfarrgemeinde Hl. Dreikönige war nach dem Zweiten Weltkrieg so groß geworden, dass die Seelsorge eines Teils der Pfarrei den Salvatorianer-Patres aus Kloster Steinfeld übertragen wurde", erinnert Monsignore Guido an die Anfänge der Pius-Gemeinde, deren leitender Pfarrer er heute ist. Damit war St. Pius X. geboren, aber noch nicht ganz selbstständig. Das geschah erst 1971, als die Katholiken dort einen eigenen Kirchenvorstand wählen durften.

Die ebenfalls 1966 nach Plänen des Architekten Joachim Schürmann in Form eines doppelten Kleeblattes gebaute Kirche wurde zu einem geistlichen Zentrum im damals entstehenden Stadionviertel. "Junge Familien bildeten den Grundstock der ebenfalls jungen Gemeinde", sagt Assmann, der froh darüber ist, dass "sich die Pfarrei ihre Jugendlichkeit bewahrt hat". Viele junge Familien nähmen auch heute am Gemeindeleben teil, sagt er. Für Cornel Hüsch, ein Kind der Gemeinde und im Diözesanrat engagiert, prägte aber die Gründergeneration, die mit dem Schwung nach dem zweiten Vatikanischen Konzil zu einem neuen Verständnis von Kirche aufgebrochen war, das Bild der Gemeinde genauso mit. Festzug und Feier heute sei der Auftakt zu einer Diskussion zur Zukunft der Pfarrei und zur Auseinandersetzung mit dem Hirtenbrief des Erzbischofs zur Fastenzeit, den Kardinal Rainer Maria Woelki den Gedanken vorangestellt hat: "Als Kirche aufbrechen wie Abraham."

Was Kirche im Wandel auch heißen kann, ist ebenfalls an St. Pius ablesbar. Das mit der Kirche gebaute und lange leer stehende Klostergebäude der Salvatorianer, das mit dem Gesamtkomplex am Pius-Kirchplatz im Jahr 2012 unter Denkmalschutz gestellt wurde, wird seit dem vergangenen Juni von der St.-Augustinus-Behindertenhilfe für 2,65 Millionen Euro umgebaut. Neues Leben soll sich wieder in dem Gebäude regen, das Wohnungen für 18 Menschen mit einer psychischen Behinderung bieten soll. Im Juni ziehen sie in "Haus Martha" ein.

Quelle: NGZ
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