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Neuss
Zweieinhalb Jahre Haft nach Einbruch auf der Furth

Neuss. Nach einem Wohnungseinbruch auf der Furth hat das Neusser Amtsgericht jetzt eine junge Frau hinter Gitter geschickt. Die 20-Jährige muss für zweieinhalb Jahre ins Jugendgefängnis. Zum wiederholten Male war die Kroatin nach Deutschland eingereist, um hier Einbrüche zu begehen. Zwei ihrer Geschwister kamen mit Bewährungsstrafen beziehungsweise vier Wochen Dauerarrest davon.

"Das war keine Gelegenheitstat", meinte der zuständige Richter Heiner Cöllen in seiner Urteilsbegründung, "wir haben es hier mit organisierten Strukturen zu tun." Erst im September vergangenen Jahres war die junge Kroatin mit ihren Geschwistern ins Ruhrgebiet gereist, um von dort aus als Einbrecherin tätig zu werden. Es kam zu Taten in Essen und kurze Zeit später auch in Neuss. Hier allerdings wurde das Trio von der Autobahnpolizei gestoppt. Nachdem die Bande auf der Furth in die Wohnung eines pensionierten Busfahrers eingestiegen war, wurde das Fluchtfahrzeug auf der A 57 bei Moers kontrolliert. Neben Handschuhen, Mützen und Einbruchswerkzeug fanden die Ermittler in dem schrottreifen Opel auch einen Tresor aus der Neusser Wohnung - voll mit Geld, Stammbüchern und Schlüsseln.

Im Prozess räumte die älteste der drei Angeklagten ein, die Tür zur Wohnung auf der Furth mit einem Schraubenzieher aufgebrochen zu haben. Anschließend habe man die Wohnung komplett durchsucht und den Tresor mitgenommen, so die 26-Jährige. Ihre 20 Jahre alte Schwester räumte ein, in Deutschland schon mehrfach als Einbrecherin aufgefallen zu sein. Erst zuletzt hatte das Amtsgericht Essen die junge Frau zu einem Jahr Jugendstrafe verurteilt. Ihr 16-jähriger Bruder war bis zum Prozess nicht vorbestraft. Er kam deshalb am Ende auch mit vier Wochen Dauerarrest davon.

Die Haupttäterin dagegen muss nun für zweieinhalb Jahre ins Jugendgefängnis. Die Angeklagte selbst, ihre Geschwister und auch die Mutter brachen nach dem Urteil in Tränen und Geschrei aus. "Es ist ein inzwischen typischer Fall", so Richter Cöllen, "das sind reisende Täter, die hier in Neuss in Wohnungen und Häuser einbrechen. Derartige Fälle landen inzwischen immer wieder hier vor Gericht."

Quelle: NGZ
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