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Radevormwald
1000 Euro Geldstrafe für erfundene Fahrerflucht

Radevormwald. Wie ein Kartenhaus fiel das Lügengerüst eines 23-jährigen Radevormwalders zusammen. Er hatte bei der Polizei eine Fahrerflucht nach einem Unfall zur Anzeige gebracht, die es nie gegeben hat. Stattdessen hatte der junge Mann selbst den Schaden am Wagen seines Vaters verursacht. Von Heike Karsten

Für die Vortäuschung einer Straftat musste sich der Mann nun vor dem Richter am Amtsgericht in Wipperfürth verantworten. Dieser Pflicht entzog er sich jedoch, indem er gar nicht erst zur Gerichtsverhandlung erschien.

Der Strafe konnte er sich damit jedoch nicht entziehen. Richter und Staatsanwaltschaft erließen einen Strafbefehl in Höhe von 1000 Euro - 40 Tagessätze zu je 25 Euro. Ein teures Vergnügen, nur um den eigenen Fahrfehler zu vertuschen. Bereits im Mai 2014 stellte der damals 21-Jährige die Strafanzeige gegen Unbekannt. Er behauptete damals, dass der Wagen, der auf seinen Vater angemeldet ist, in einem Remscheider Parkhaus beschädigt worden sei.

"Das Lampenglas wurde dabei zersplittert. Insgesamt ist ein Schaden von 2500 Euro entstanden", gab der Richter Auskunft aus den Akten zu dem Vorfall. Die Polizei überprüfte die Angaben zur Fahrerflucht anhand einer Videoaufzeichnung aus dem Parkhaus. Bei der Sichtung wurde den Beamten schnell klar, dass kein anderes Auto den Schaden verursacht hatte. Ebenso wenig besah sich der Radevormwalder damals den Schaden, bevor er in sein Auto stieg.

Die Staatsanwaltschaft erhob daraufhin Anklage gegen den Fahrzeughalter, somit also gegen den Vater des Fahrzeugführers. In der Verhandlung gegen den Vater trat der Sohn als Zeuge auf und bekam offensichtlich "kalte Füße". Er gestand, den Schaden am Wagen des Vaters selbst verursacht zu haben. "Der Angeklagte hatte beim Rückwärtsfahren in Radevormwald einen Pfeiler touchiert", erklärte der Richter.

Noch länger wird sich der 23-Jährige nicht aus der Verantwortung ziehen können. Sollte er nämlich die 1000 Euro Strafe nicht bezahlen, so steht er bald wieder vor Gericht - notfalls auch per Vorführung durch die Polizei.

Quelle: RP
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