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Radevormwald
15 Meter Fahrlinie mit dem Antrieb einer Mausefalle

Radevormwald: 15 Meter Fahrlinie mit dem Antrieb einer Mausefalle
Ihr Fahrzeug schaffte vier Zentimeter beim Mausefallen-Autorennen im Gymnasium: (v.l.) Ilayda, Pia, Florian und Dolores aus der Klasse 8c. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. In eine provisorische Rennstrecke verwandelte sich gestern die Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG). Beim Mausefallen-Autorennen der Achtklässler traten insgesamt 22 Gruppen mit ihren fahrbaren Eigenkreationen gegeneinander an. Es galt, nur mit der Kraft einer gespannten Mausefalle eine möglichst lange Strecke zurückzulegen. Einige kamen gar nicht in die Gänge, manche würgten auf halber Strecke ab, und andere wiederum kamen so in Fahrt, dass sie nur noch ein Hindernis stoppte.

Nach fast sechswöchiger Arbeit schlug gestern Vormittag die Stunde der Wahrheit für die rund 90 Nachwuchstüftler der achten Klasse des THG: Im Physikunterricht hatten sie sich mit dem Thema beschäftigt und in Gruppen einen fahrbaren Untersatz gebastelt. Als Motor diente eine gespannte Mausefalle. Physiklehrer Stephan Mertens war Kampfrichter und achtete besonders darauf, dass nicht geschummelt wurde. Anstupsen war nicht erlaubt. Einfach nur Spaß war der Wettbewerb nicht. Als Projekt fließt die Ausarbeitung in die Zeugnisnote.

Ob ihr Gefährt angesichts des Drucks bestehen würde, fragten sich einige Schüler, die ihre kleinen Wagen kurz vor dem Start noch inspizierten. Florian, Pia, Dolores und Ilayda sahen besonders nervös aus, denn kurz vor ihrem großen Auftritt schwächelte ihr auffällig großes und buntes "Formel-Käse"-Auto. "Theoretisch sollte es klappen", sagte Florian - wenig überzeugt. "Doch irgendwie ist uns eine Seite abgeknickt." Kleine Reparaturversuche zur Stabilisierung halfen nichts. Beim Start passierte das große Desaster: "Der hat sich gerade mal vier Zentimeter nach vorne bewegt", berichtete Ilayda und musste lachen. "Voll peinlich."

Viel besser lief es dagegen für die fünf 14-jährigen Anita, Alicia, Chiara, Jule und Vanessa. Ihr "Käseflitzer" mit der Form einer platten Käseecke, gelb und mit integrierten Löchern, legte einen sauberen Start hin und ließ die anderen Kontrahenten auf den beiden Nebenbahnen locker links liegen. Gestoppt wurde der dynamische Flitzer nur durch die Bühne, die am anderen Ende der Aula steht. Fast 15 Meter legte er zurück. Absolute Spitzenleistung. "Und der wäre noch weiter gefahren", freute sich Anita. Ihre Gruppe hatte viel Zeit und Geld in das selbst gebastelte Rennauto investiert: Bereift mit hochwertigen Pneus eines Flugzeugmodels, Hebel und Achsen sind aus feinem Carbon.

So macht Physik Spaß, finden die Schüler: "Es ist anders als nur Unterricht", sagte Anita. "Häufiger sollten solche Projekte aber nicht gemacht werden", sagte Chiara. "Denn, auch wenn es Spaß macht, es steckt viel Arbeit dahinter."

(sebu)
 
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