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Radevormwald
174.000 Raser seit Januar auf A 1 geblitzt

Radevormwald: 174.000 Raser seit Januar auf A 1 geblitzt
Die festen Starenkästen an der A 1 sind zurzeit wegen der dortigen Baustelle abgeschaltet. Statt dessen wird per Laser gemessen. FOTO: Uwe Miserius (Archiv)
Radevormwald. 29.651 Fahrzeuge waren im Oktober zu schnell auf der Autobahn unterwegs - der vorläufige Höhepunkt in 2017. Von Susanne Genath und Udo Teifel

Die Zahlen der Tempoüberwachung auf der Autobahn 1 zwischen Burscheid und dem Leserkusener Kreuz entwickeln sich inzwischen zu einem "zweiten Bielefelder Berg". Der ostwestfälische Autobahnabschnitt ist inzwischen berühmt-berüchtigt. Seit 2008 hat es dort mehr als 1,6 Millionen Mal geblitzt. Seit Januar 2017 hat's auf der A1 schon fast 174.000 Raser "erwischt" - Tendenz eher steigend. Am Bielefelder Berg sind es jährlich im Schnitt 130.000.

Am 3. Januar hatte der Rheinisch-Bergische Kreis dort eine Radarfalle aufgestellt, die alle drei Fahrspuren per Kontaktschleifen in der Fahrbahn überwachte. Weil aber zurzeit an der Brücke "Lambertsmühle" gearbeitet wird und die Fahrspuren dafür verschwenkt werden musste, funktionierten die Kontaktschleifen nicht mehr. "Aus diesem Grund hat uns der Landesbetrieb Straßenbau eine Ersatzanlage zur Verfügung gestellt, die jetzt per Laser misst", sagt Alexander Schiele, Sprecher des Rheinisch-Bergischen Kreises.

Lastwagen dürfen in dem Bereich nur 60 Stundenkilometer fahren, Pkw 80. "Im Oktober waren dort 29.651 - das sind 2,8 Prozent aller gemessenen Fahrzeuge - zu schnell", berichtet Schiele. Das war auch der bisherige Spitzenwert 2017. "Das lag wohl an der Urlaubszeit. Da waren viele auswärtige Leute auf der Transitstrecke unterwegs." Langfristig gehe man davon aus, eine Überschreitungsquote von zwei Prozent zu erreichen. "Das würde den Erfahrungswerten vergleichbarer Anlagen an anderen Autobahnen entsprechen." Seit Ende Juni ist die Anlage rund um die Uhr in Betrieb. Begonnen hatte man mit vier Stunden am Tag. Dann war das Personal immer weiter aufgestockt worden. "Mitte 2018 werden etwa 30 Mitarbeiter in der Tempo-Überwachung und Bußgeldstelle tätig sein", kündigt Schiele an. Dann soll die Radarfalle dem Kreis 3,5 Millionen Euro einbringen, 2020 sollen es etwa 5,5 Millionen sein.

Aufgestellt wurde die Blitzanlage, weil sich auf dem Autobahnstück immer wieder schwere Unfälle ereigneten, meist wegen zu hoher Geschwindigkeiten. Das zeigen auch die bisher gemessenen Werte: So wurde ein Autofahrer fotografiert, der 146 Stundenkilometer zu schnell war, und ein Lkw-Fahrer, der 68 Stundenkilometer zu viel auf dem Tacho hatte.

Auf der Autobahn 3 zwischen Solingen und Leverkusen erfolgt die Geschwindigkeitskontrolle seit vergangener Woche nicht mehr in Fahrtrichtung Süden, sondern Richtung Norden. Geblitzt wird in Höhe des Parkplatzes Reusrather Heide. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit dort liegt bei 80 Stundenkilometern. "Die Anlage wird am neuen Standort durch ein Betonfundament und eine Verankerung fest installiert", berichtet der Kreis Mettmann, dem die Anlage gehört. Mit der Geschwindigkeitsüberwachung verfolge man weiter das Ziel, die Verkehrssicherheit in den Baustellen zu verbessern. Die Zahl der Tempoüberschreitungen dort ist hoch. Seit 1. Juni habe die Radarfalle 22.400 verwertbare Bilder aufgenommen, sagt Anne Sauter, Sprecherin des Kreises. "Allerdings ist zu beachten, dass der Blitzer vom 7. August bis 24. September nicht in Betrieb war." In dieser Zeit wurde die Anlage aufgrund eines Urteils des Oberlandesgerichts Düsseldorf nachgerüstet - von einer mobilen in eine fest installierte.

Quelle: RP
 
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