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Serie Ehrenamt
24 Stunden für die Gemeinde im Einsatz

Serie Ehrenamt: 24 Stunden für die Gemeinde im Einsatz
Andrea Nick arbeitet sehr viel ehrenamtlich für die katholische Kirchengemeinde St. Marien und Josef. Unter anderem organisiert sie die Gemeindecaritas und schreibt Gemeinde-Glückwunschkarten. FOTO: Peter Meuter
Radevormwald. Andrea Nick organisiert die Caritas der katholischen Gemeinde St. Marien und Josef. Ihr Telefon klingelt rund um die Uhr. Von Flora Treiber

radevormwald Jeden Montag bietet Andrea Nick eine Sprechstunde im Caritas-Haus der katholischen Kirchengemeinde St. Marien an. Viele Bedürftige kommen zu der Ehrenamtlerin, um ein Brot zu essen oder sich Lebensmittelgutscheine abzuholen, andere wollen auch über Probleme sprechen und Hilfe anfordern. "Ich versuche, da zu helfen, wo ich kann und in dem Rahmen, wie es mir die finanziellen Mittel der Caritas erlauben", sagt Andrea Nick.

Für ihre Gemeinde engagiert sie sich schon lange ehrenamtlich, vor 14 Jahren hat sie die Arbeit im Caritas-Büro übernommen und sich von Jahr zu Jahr an mehr Aufgaben herangewagt. "Es kommen jede Woche neue Menschen in mein Büro und wollen beraten werden", sagt Nick. Bei Themen wie Schuldenberatung oder Schwangerschaften kann Andrea Nick weiterhelfen und Hilfebedürftige an die richtigen Beratungsstellen vermitteln.

Außerdem hilft sie bei dem Ausfüllen von Dokumenten und Anträgen, manchmal sogar beim Schreiben von Bewerbungen. In den vergangenen beiden Jahren, als sich in Rade immer mehr geflüchtete Menschen ein eigenes Zuhause aufbauen wollten, war die Nachfrage nach Hausrat groß. Andrea Nick nimmt die Wünsche und Notstände auf, die an sie herangetragen werden und lässt oft auch persönliche Kontakte spielen.

Sie ist in Rade und darüber hinaus gut vernetzt. "Ich kenne viele Menschen und hänge Gesuche aus. Da passiert es auch schon mal, dass ich spät abends ein Möbelstück irgendwo abhole und es dem neuen Besitzer liefere." Das alles macht Andrea Nick mit ihrem privaten Auto, das oft bis zum Anschlag gefüllt ist. Ihre beiden Töchter nennen sie oft die "Heilige Maria" von Rade. Obwohl sie ihre Mutter bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit unterstützen, wünschen sie ihr oft mehr Freizeit.

"Sie haben natürlich recht. Mein Telefon klingelt zu jeder Uhrzeit, auch im Urlaub. Abschalten ist dann schwierig", sagt sie. Zu den Aufgaben von Andrea Nick gehört auch die Caritassammlung. Zwei Mal im Jahr ziehen sie und zehn weitere Sammler durch die Straßen, um Spenden für die Arbeit zu sammeln. Die Zeit, die dann noch übrig bleibt, nutzt die Ehrenamtlerin, um die Geburtstagskarten der katholischen Gemeinde zu schreiben, sich in der Flüchtlingshilfe zu engagieren und Weihnachtspakete fertig zu machen.

Den Wunschzettel-Baum, der jedes Jahr in der Sparkasse steht und an dem sich Kinder aus hilfebedürftigen Familien ein Weihnachtsgeschenk wünschen dürfen, organisiert sie nämlich auch. Da passiert es auch schon mal, dass Andrea Nick noch Heiligabend, während die Weihnachtsgans im Ofen brutzelt, einen Wunsch erfüllt. "Ich erinnere mich daran, dass sich eine Familie einen Tannenbaum gewünscht hat. Heiligabend habe ich dann einen gefunden und ihn noch zu der Familie gebracht.

Da waren die Dankbarkeit und das Leuchten in den Augen groß." Das alles leistet sie neben ihrer hauptamtlichen Arbeit und neben ihren privaten Verpflichtungen. Die Puste geht Andrea Nick aber selten aus. Sie kann sich gut in andere Menschen hineinversetzen. "Jeder von uns kann in eine Lage kommen, in der er Hilfe braucht. Egal woher man kommt oder welchen Bildungsabschluss man hat. Das kennt doch jeder.

Deshalb helfe ich, weil ich auch dankbar dafür wäre", sagt sie.

Quelle: RP
 
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