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Radevormwald
24.000 Waffen im Oberbergischen Kreis

24.000 Waffenbesitzer im Oberbergischen
396 Menschen erhielten im Oberbergischen 2017 den kleinen Waffenschein. (Symbolfoto) FOTO: dpa, ppl vfd ade hpl
Radevormwald. Laut Polizei gibt es in Oberberg überdurchschnittlich viele Waffenbesitzer. Wer keine Erlaubnis dafür hat, kann illegale Waffen noch bis zum 1. Juli straffrei abgeben. Die Zahl der ausgestellten Waffenscheine nimmt dagegen wieder zu. Von Tim Kronner

Seit gut einem halben Jahr können illegale Waffen straffrei bei den Polizeibehörden abgegeben werden. Im Oberbergischen Kreis (OBK) nutzt das bisher kaum jemand - erst vier Schusswaffen haben die Polizei erreicht. Dabei gibt es hier überdurchschnittlich viele Waffen und Besitzer solcher. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund ums Thema Waffen und Waffenamnestie.

Wie viele Waffen gibt es?

In ganz Nordrhein-Westfalen (NRW) gibt es etwa 900.000 Waffen. 24.000 davon sind im Oberbergischen Kreis gemeldet. Während damit landesweit auf 100 Einwohner 5,2 Waffen kommen, sind es hier im Kreis 8,6 pro 100 Bewohnern. "Im Vergleich zu Großstädten sind in der hiesigen Bevölkerung relativ viele erlaubnispflichtige Waffen zu finden", sagt Uwe Hassenjürgen, Projektleiter Waffenwesen der Polizei Oberberg, auf Anfrage unserer Redaktion.

Um was für Waffen handelt es sich?

Der Großteil des bei der Polizei gemeldeten Bestands sind registrierte Schusswaffen. "Rund ein Drittel sind Kurzwaffen wie Pistolen und Revolver", sagt Hassenjürgen. Der Rest besteht aus Langwaffen wie Flinten und Gewehren. Weitere Waffen sind Gas-, Schreckschuss- oder Signalpistolen sowie Schlagstöcke und Reizsprays.

Wem gehören die Waffen?

Vergleicht man die Kreis- mit den Landeszahlen, ist bei der Menge der Waffenbesitzer ein deutlicher Unterschied erkennbar. Während in NRW im Schnitt jeder 103. eine Waffe hat, ist in Oberberg jeder 43. Einwohner Waffenbesitzer. Insgesamt gibt es hier 6558 Menschen, die eine Waffe führen dürfen. 2203 verfügen über den kleinen Waffenschein, die anderen haben den großen Schein - die sogenannte Waffenbesitzkarte. "Unser Hauptklientel sind Jäger und Sportschützen", erklärt Hassenjürgen. Im Schnitt hat jeder Waffenbesitzer 3,6 Waffen in seinem Bestand. "Das ist auch die Erklärung für die relativ hohe Anzahl von Waffen in einem eigentlich dünn besiedelten ländlichen Raum", sagt Uwe Hassenjürgen.

Wer darf eine Waffe führen?

"In der Öffentlichkeit sind dazu nur Grenzschutz, Zoll und Polizei befähigt", sagt Hassenjürgen. Ausnahmen können für Sicherheitsdienste gemacht werden, "eine solche gibt es in Oberberg aber nicht." Jäger und Sportler können eine Waffenbesitzkarte beantragen, die Pistolen und Gewehre dürfen nur zweckgebunden eingesetzt werden. Der kleine Waffenschein kann von jeder Person nach Vollendung des 18. Lebensjahres beantragt werden. "Genau wie bei der Prüfung anderer waffenrechtlicher Erlaubnisse werden zusätzlich die Zuverlässigkeit sowie die persönliche Eignung zum Führen einer Waffe geprüft", heißt es auf der Webseite der Polizei NRW. In 2017 erhielten in Oberberg 396 Menschen den kleinen Waffenschein und damit sehr viel weniger als im Vorjahr, das von den Ereignissen der Kölner Silvesternacht geprägt war (840 kleine Waffenscheine). "Der Trend geht jedoch wieder in die andere Richtung: Allein im Januar gab es 50 neue Erteilungen", sagt Hassenjürgen.

Wie läuft die Waffenamnestie ab?

Bis zum 1. Juli dürfen Bürger, die nicht registrierte Waffen oder keine Erlaubnis dafür besitzen, diese bei jeder Polizeiwache abgeben. "Sowohl der Besitz der Waffen als auch der Transport zur Polizeiwache sind damit straffrei", sagt Hassenjürgen. Das gelte natürlich nicht für damit möglicherweise verübte Straftaten. "Bislang wird die Waffenamnestie kaum genutzt", sagt Hassenjürgen - erst vier Waffen wurden bei der Polizei Oberberg abgegeben. "Wir rechnen damit, dass das im nächsten halben Jahr mehr wird, je näher der Zeitpunkt rückt, an dem die Amnestie abläuft", sagt Hassenjürgen.

Wer einen Termin zur Abgabe vereinbaren will, kann das per E-Mail unter ZA11Waffenrecht-gummersbach@polizei.nrw.de tun.

Quelle: RP
 
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