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Radevormwald
25 Osterfeuer genehmigt

Radevormwald. Da die Auswirkungen auf die Luft enorm sind, kontrolliert die Stadt sehr intensiv, welche Materialien benutzt werden. Privater Abfall und Grünzeug dürfen nicht verbrannt werden. Hält sich jemand nicht daran, gibt's ein Bußgeld. Von Joachim Rüttgen

Osterfeuer haben auch in Radevormwald eine lange Tradition. Für dieses Jahr hat der Fachbereich Soziales und Ordnung 25 Feuer genehmigt. "Wir hatten weit mehr als 40 Anfragen, von denen wir aber viele abgelehnt haben", sagt Leiter Dietmar Reuß. Sein Fachbereich gehe sehr restriktiv vor, denn die Auswirkungen auf die Luft durch vermeintliche Osterfeuer waren in den vergangenen Jahren enorm.

Das findet auch BM-Leserin Marie-Luise Markolf, die am Heißen Draht bat, die Zahl der Osterfeuer deutlich zu reduzieren. Die Luftdruckverhältnisse im Bergischen würden dafür sorgen, dass die Luft drei bis vier Tage über der Stadt stehe. 2009 habe es mehr als 50 Osterfeuer gegeben, bei denen nicht nur oberflächlich Grünzeug, sondern auch jede Menge Müll und Abfall verbrannt worden seien.

Dieses Problem ist Reuß bekannt. "Deshalb entscheiden wir seit einigen Jahren sehr streng, denn eigentlich ist die Luft in Rade sehr gut", sagt er. Grundsätzlich dürfe nur trockenes und unbehandeltes Holz verbrannt werden – inklusive Astwerk, nicht aber getränktes oder mit Farbe besprühtes Holz, Spanplatten und Kunststoffe.

An Ostersamstagmittag sind zwei Kollegen von Reuß unterwegs, um alle genehmigten Osterfeuerstellen zu begutachten. "Wir kontrollieren den Feuerplatz und das Material, dass zum Verbrennen aufgeschichtet wird", sagt Reuß. Das dauere schon mal vier bis fünf Stunden. Die Stadt setze damit einen dringenden Appell des Landesministeriums um, Feiern nur dann zu genehmigen, wenn diese eine Tradition haben und bei denen es nicht darum geht, privaten Abfall zu verbrennen. "Das Osterfeuer darf dafür nicht missbraucht werden", sagt Reuß.

Er lege großen Wert darauf, dass Osterfeuer von Vereinen sowie von Dorf- oder Straßengemeinschaften durchgeführt werden. "Wir haben das schon in den vergangenen Jahren intensiv kontrolliert, sind aber jetzt noch strenger geworden", sagt er. Gestern Morgen hat er drei Anrufern abgesagt, die ein Feuer mit Grünzeug und Müll abbrennen lassen wollten. "Wir sagen aber nicht nur ab, sondern erklären den Hintergrund. Grünabfälle brauchen die Leute nur nach vorheriger Anmeldung gebündelt an den Straßenrand zu stellen, der dann kostenlos abgeholt wird", sagt Reuß. Die meisten Feuer in Rade werden am Samstag ab 19 Uhr abgebrannt – so auch das größte in Önkfeld ab 20.30 Uhr am Wasserspeicher. Einzige Ausnahme: Die Dorfgemeinschaft Ispingrade hat ihr Osterfeuer traditionell eine Woche später, für Samstag, 10. April, angemeldet. Die übrigen Feuer werden quer durchs Stadtgebiet abgebrannt, die meisten in den Außenbereichen – dort, wo die Geruchsbelästigung eher geringer ist.

Reuß ist überzeugt, dass es "schwarze Schafe" gibt, die unerlaubt ein Osterfeuer abbrennen. Er setze da auch ein bisschen auf die soziale Kontrolle der Nachbarn, die dann Feuerwehr oder Polizei rufen sollten. "Die Einsatzkräfte haben nämlich eine Liste mit allen genehmigten Feuern", sagt Reuß.

Quelle: RP
 
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