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Radevormwald
52-Jährige steuert Drachenboot zum WM-Sieg

Radevormwald. Karin Nitschke steuert Drachenboote. Bei der Clubweltmeisterschaft in Tschechien holte sie mit dem Damenteam Gold. Von M. Eickhorn

Als Steuerfrau auf einem Drachenboot hat Karin Nitschke alles im Blick. Hätte sie das bei den Drachenboot-Clubweltmeisterschaften in Tschechien nicht gehabt, wäre ihr Damenteam weniger erfolgreich gewesen. Über die 200 Meter-Strecke gab es Gold. Die 52-jährige Raderin trainiert am Beyenburger Stausee mit der Betriebssportgruppe der Stadt Wuppertal. Die Boote stellt der Verein für Kanusport. Erfolgreich war sie für Drag Attack.

Wer am Steuer steht, trägt eine große Verantwortung. Das Steuern sei auch gar nicht so einfach, erzählt Karin Nitschke. "Es ist mental anstrengend, weil man immer gut aufpassen muss. Und Rennen ab 2000 Meter werden mit Wenden gefahren. Das ist dann auch anstrengend für den Körper." Rennen über mehrere Tausend Meter sind für die 52-Jährige deshalb am aufregendsten. Dann lastet nämlich besonders viel Druck auf dem Steuer.

Alle in einem Boot: Viermal in der Woche wird trainiert. Die Clubweltmeister paddeln bei jedem Wetter. "Außer, wenn der See zugefroren ist. Aber das passiert nicht oft, in diesem Jahr gar nicht." Das Training besteht auch nicht nur aus Paddeln, Steuern und Trommeln. "Nach der Wassereinheit wird immer eine Kraft-, Ausdauer-, oder Kraft-Ausdauer-Einheit angehängt. Mit Blick auf bevorstehende Wettbewerbe passt unser Trainer Guido Wrede das Training entsprechend an", berichtet die 52-Jährige, die als Trommlerin anfing. Man müsse das Handwerk des Steuerns einfach verstehen. Bei Geburtstagen, Teambuilding-Veranstaltungen und Firmenfeiern stehen ihre Mannschaftskollegen auch schon mal als Steuermänner und -frauen im Boot. Bei Wettbewerben lassen sie Karin Nitschke den Vortritt.

Neue Leute für das Steuern zu begeistern, sei schwer. Die Radevormwalderin berichtet von Nachwuchsproblemen beim Drachenboot-sport. "Wenn neue Leute zum Training kommen, ziehen sie meist zwei, drei Bekannte mit. Das spricht sich rum. Für viele ist eine dauerhafte Bindung zum Verein aber schwer." Insbesondere die, die noch zur Schule gehen oder eine Ausbildung absolvieren, haben keine Zeit für das Drachenbootfahren, berichtet Nitschke. Regelmäßiges Teamtraining müsse sein. Und alleine trainieren ginge nicht. "Höchstens am Standrudergerät, aber nicht auf dem Wasser." Bei Veranstaltungen wie dem "Großen Drachenbootfest", das immer vor den Sommerferien stattfindet, versuchen die Sportler, Schüler für den Bootssport zu begeistern. Meist kämen Schüler von Wuppertaler Schulen. Trotzdem: "Momentan gibt es nicht viel Interesse." Ins Wasser gefallen ist Karin Nitschke noch nie. "Je länger man im Boot steht, desto sicherer ist man." Auf Rader Gewässern war sie noch nicht unterwegs, sie weiß aber, dass auch noch andere Rader Drachenboottraining am Beyenburger Stausee absolvieren.

Quelle: RP
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