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Radevormwald
70 Sänger bei Treffen im Wartburghaus

Radevormwald. Beim offenen Singen am Donnerstagabend im Wartburghaus nicht mitzusingen, war ein Ding der Unmöglichkeit. Einfach zu mitreißend war die Stimmung der rund 70 Gäste, die zur Lutherischen Kirchengemeinde gekommen waren, um einen gemeinsamen Abend mit Liedern rund um "Liebesfreud" und "Liebesleid" miteinander zu teilen. Von Marion Gerdel

Beim großen Repertoire der deutsch- und englischsprachigen Liebeslieder war es die größte Kunst für Pfarrer Philipp Müller, es bei einer Auswahl von 20 Titeln zu belassen.

Dabei bot das von ihm gewählte Repertoire, das den Verlauf einer Liebesgeschichte beschrieb, Lieder für viele Geschmäcker. So segelte ein imaginäres Liebespaar mit Rod Stewards "Sailing" in den siebten Himmel und somit "Über den Wolken", wie sie schon Reinhard Mey besungen hat.

Den 30 Grad Außentemperaturen zum Trotz hielt es die Hälfte der Sänger nicht auf den Sitzen. Sie tanzten und klatschten begeistert zum eigenen Gesang, schwenkten je nach Stück Leuchtstäbe oder ließen zu Nenas "99 Luftballons" entsprechende Flugobjekte durch den Saal schweben.

Begleitet wurden die Sänger durch Pfarrer Jürgen Buttchereyt am Schlagzeug, Kantor Martin Scheibner am Klavier, Martin Thiele an der Gitarre und Stefan Beßler am Cajon (Kistentrommel). Organisiert wurde der Abend von Gudrun Henseler von der Gemeindestiftung ProStift. "Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Projekte in der Gemeinde zu unterstützen. Wir wollen zum Beispiel den Leuten, die sich helfend einbringen wollen, zeigen, wo ihre Unterstützung gebraucht wird. Die Einnahmen des heutigen Abends werden für das Projekt ,Seelsorge' verwendet, mit dem wir helfen, die dritte Pfarrstelle, die wir dringend benötigen, finanziell zu unterstützen."

Das offene Singen fand nach dem großen Erfolg im letzten Oktober am Donnerstag zum zweiten Mal statt. Der Gospelchor der Gemeinde hat sich wie schon bei der ersten Ausgabe als tatkräftige Unterstützung unter die anderen Sänger gemischt und konnte so bei einigen schwierigen Stellen gut helfen, dass alle den richtigen Rhythmus finden konnten.

In der gut zweitstündigen Veranstaltung war für jede Altersgruppe etwas Passendes dabei. Perfektion war weder gefragt noch wichtig. Alles, was zählte, war die pure Freude am Gesang. Darum ging es auch Jutta Wichert-Schwiergolik und ihrer Tochter Laura. Die beiden waren schon 2015 dabei und so begeistert, dass sie auch Wilfried Schwiergolik überzeugen konnten, mitzukommen. "Die Auswahl der Lieder ist auch dieses Mal wieder sehr gut", freuten sie sich. Die Familie hatte auch ihre neu gewonnen Freunde, Mohammad Rezavandi und seine Frau Fariba Davoodi mitgebracht, die vor einem knappen Jahr aus dem Iran gekommen sind. Auch wenn sie natürlich weder Texte noch Lieder kannten, sangen sie, mit Hilfe der auf der großen Leinwand projizierten Texte, kräftig mit.

Für das nächste offene Singen hat die Familie Musikwünsche, die sie, wie alle anderen Sänger auch, in die bereitgestellte Box eingeworfen haben. Dann wird Philipp Müller auch einen iranischen Musikwunsch vorfinden. Wie dieser verwirklicht wird, bleibt abzuwarten.

Zum Abschluss des Abends wurde passenderweise und groß bejubelt "Oh happy day", gefolgt vom beliebten irischen Segenslied "Möge die Straße uns zusammenführen" gesungen. Spontan, weil noch keiner nach Hause gehen wollte, endete der musikalische Abend fröhlich mit Gesang, Tanz und Klatschen zu "The lion sleeps tonight" aus dem König der Löwen.

Quelle: RP
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