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Radevormwald
700 Jahre Stadtgeschichte im Museum

Radevormwald: 700 Jahre Stadtgeschichte im Museum
Karl Schmidt (l.) und Bernd Klüting beim Plausch über den alten Stadttorschlüssel von Radevormwald. Ab Sonntag ist die neue Ausstellung im Heimatmuseum an der Hohenfuhrstraße gegenüber vom Rathaus zu sehen. FOTO: jürgen moll
Radevormwald. Das Heimatmuseum zeigt ab Sonntag eine neue Ausstellung: Die Spanne reicht von der Stadtgründung 1316 bis heute. Von Joachim Rüttgen

Noch wird eifrig gemessen, verklebt und angepasst. Doch bis Sonntag soll alles fertig sein. Dann öffnet im Heimatmuseum die Schau "700 Jahre Radevormwald - Ausstellung zur Stadtgeschichte", koordiniert und organisiert von Karl Schmidt. Entwickelt haben sie Vertreter eines Arbeitskreises beim Heimat- und Verkehrsverein (HVV) mit einer Runde aus dem Museum - federführend Bernd Klüting, Lothar Fischer, Dörte Hofschen und Ulrich Haldenwang vom Bergischen Geschichtsverein. "Er hat die ganz alten Dokumente zur Verfügung gestellt", sagt Schmidt und zeigt auf die Kopie der Urkunde zur Stadtgründung vom 24. Juni 1316 und das Stadtsiegel.

Weiter entdeckt der Betrachter eine Darstellung der alten Stadtmauer, die damals noch von einem Wassergraben umgeben war - und einen alten Schlüssel vom Stadttor. Es geht um Rader Steine aus vergangenen Jahrzehnten, historische Naturwege und die ersten Kulturstraßen. Hierzu zählt auch die schöne Allee Am Kreuz, die laut Schmidt noch heute viele Rader vermissen.

"Wir haben im Vorbereitungskreis mehrmals erörtert, was wir zeigen wollen und was stadtgeschichtlich Bedeutung hat", sagt er. Eine gelungene 360-Grad-Ansicht gibt es vom Markt und der Kaiserstraße unter dem Motto "Das Herz der Stadt". Viele Exponate stammen aus dem Fundus des Heimatmuseums, zum großen Teil alte Postkarten. Die Stadtpläne stammen von 1636, 1828, 1926 und 2016. Sie kommen aus dem Stadtarchiv, aus dem Archiv des Katasteramtes in Gummersbach oder sind private Leihgaben. "Drucktechnisch haben wir die alten Pläne etwas ansehnlicher gemacht, denn im Original sind sie doch etwas blass", sagt Schmidt.

Eisenbahnfans erfahren jede Menge über die Geschichte der Eisenbahn in Rade, unter anderem, dass es elf Bahnhöfe gab - inklusive Haltepunkte. Auch der Geschichte der Post widmet sich eine Schautafel. Hier ist ein Stempel aus vorpreußischer Zeit zu entdecken, "denn damals gab's noch keine Briefmarken", sagt Schmidt. Zwei Bilder von 1802 zeigen Rade vor und nach dem großen Stadtbrand. Unter der Überschrift "Es war einmal..." werden städtebauliche Veränderungen gezeigt. Was gab es mal? Was gibt es heute nicht mehr? Der Betrachter entdeckt die Firmen Hudora, Bisterfeld und Rocholl. Die Ausstellung widmet sich auch der Nachkriegszeit nach 1918 und 1945, zeigt die letzte Rader Zeitung vor Ende des Krieges (12. April 1945) und die jeweiligen Stadträte. "Hiermit dokumentieren wir, dass Rade unter britischer Militärregierung stand", erklärt Schmidt. Auf dem Bild des ersten Stadtrates nach dem Ersten Weltkrieg ist auch dessen Vater August zu erkennen. "Das habe ich aus dem eigenen Fundus, mein Vater hatte ein uraltes Zeitungsarchiv", sagt Schmidt.

Hängengeblieben von der Wupperausstellung sind die "Wupperorte in alten Ansichten" - passend zum Stadtjubiläum. In zwei Vitrinen liegen Exponate, die die Städtepartnerschaften zu Châteaubriant und Nowy Targ thematisieren.

Im Vitrinentisch will Schmidt eine Bürgermeisterkette ausstellen, die noch nie benutzt wurde, aber schon Ende der 1960er Jahre bei der "Tour der Jugend" gestiftet wurde.

Im Schul-Zimmer des Museums wird es in nächster Zeit auch noch Veränderungen geben: "Da werden wir einiges umgestalten und besser beschriften", kündigt Schmidt an. Außerdem sind zwei neue Tafeln geplant, "schließlich wollen wir immer mal wieder etwas Neues im Heimatmuseum zeigen", sagt er.

Quelle: RP
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