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Radevormwald
Ab April wieder mehr Asylbewerber

Radevormwald: Ab April wieder mehr Asylbewerber
Aus diesen Ländern kommen die meisten Asylbewerber nach Radevormwald. FOTO: Martin Ferl
Radevormwald. Nach einer kurzen Entspannungsphase von Ende 2015 bis Februar 2016 rechnet die Stadtverwaltung spätestens ab dem kommenden Monat wieder mit steigenden Flüchtlingszahlen. Die Unterbringung erfolgt nach einem mehrstufigen Plan. Von Joachim Rüttgen

Nach einer kurzen Atempause folgt ab April die nächste Flüchtlingswelle. Davon geht die Stadtverwaltung aus und legt dem Ausschuss für Soziales, Sport und Integration für die nächste Sitzung am 6. April einen Bericht zur aktuellen Situation vor.

Demnach lebten Ende 2015 mit 413 Personen weniger Asylbewerber und Flüchtlinge als zunächst prognostiziert in der Bergstadt. Denn die Stadt ging Anfang Dezember noch von 25 Personen pro Woche aus, die Rade zugewiesen werden. Dann folgte die Ankündigung, zwischen Weihnachten und Neujahr auf Zuweisungen zu verzichten. Da außerdem nicht alle Kommunen in NRW gleichermaßen die Zuweisungsquoten erfüllt hatten, bekam Rade auch im Januar und Februar weniger Zuweisungen, so dass erstmalig die Zahl der Anerkennungen und Ausreisen überwog.

Konstant bleibt die Herkunft der Menschen - aktuell leben Frauen, Männer und Kinder aus 31 Nationen in Radevormwald. Dabei machen die Herkunftsländer des Balkan (Albanien, Bosnien, Kosovo, Mazedonien, Serbien) trotz effektiv höherer Personenzahl nur noch etwa zwölf Prozent an der Gesamtzahl aus (im August 2015 waren es 37 Prozent). Die derzeit am stärksten vertretenen Herkunftsländer sind Syrien, Irak, Afghanistan, Iran, Albanien und Marokko. Die 319 Personen aus den zehn stärksten Herkunftsländern sind größtenteils zwischen 25 und unter 40 Jahre (160), gefolgt von Mädchen und Jungen bis fünf Jahre (48) und den 40- bis 65-Jährigen (44). Rade betreut außerdem zurzeit neun unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Das Gros der Flüchtlinge und Asylbewerber sind männliche Einzelpersonen, allerdings werden in letzter Zeit immer häufiger auch Familien zugewiesen, berichtet das Ordnungsamt. "In näherer Zukunft kann noch nicht von einer Entspannung der Zuweisungssituation ausgegangen werden", teilt das Amt mit und prognostiziert bis Ende 2016 eine Zahl von etwa 800 unterzubringenden und zu betreuenden Personen. Das stelle die Verwaltung vor gewaltige Aufgaben. Bereits jetzt sei die Unterbringung der Menschen ein permanenter Balance-Akt.

Die Objekte ehemalige Grundschule Neustraße und Am Gaswerk seien nahezu voll belegt. Sämtliche städtische Wohnungen werden genutzt, ständig werden neue Wohnungen (derzeit 63) angemietet, "doch ist auch hier zu erkennen, dass der Markt nicht mehr viele geeignete Wohnungen hergibt", teilt die Stadt mit.

Die weitere wohnliche Versorgung will die Stadt deshalb mehrstufig planen: Bei der geplanten Anmietung von weiteren gut 30 Wohnungen gibt es Verzögerungen, weil der Investor abgesprungen ist. Neue Gespräche laufen. Der Umbau der ehemaligen Schule Blumenstraße (36 Personen) ist fertig und wird im April seinen Betrieb aufnehmen können. Hier fehlen lediglich noch einige Ausstattungsgegenstände. Damit ergibt sich für die Stadt eine Reservekapazität von 60 Plätzen.

Quelle: RP
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