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Radevormwald
Abtauchen vor der großen Hitze

13 Trinktipps bei Hitze
13 Trinktipps bei Hitze FOTO: RPO
Radevormwald. Auch in Radevormwald herrschte gestern zur Mittagszeit eine brütende Hitze. Schatten und Abkühlung waren gefragt. Während der Dönerverkäufer vergeblich auf viele Kunden warteten, "brummte" das Geschäft in den Eiscafés der Stadt. Von Cristina Segovia-Buendía

Gestern, kurz nach 13 Uhr, in der Innenstadt: Die Temperaturanzeige des Smartphones zeigt 35 Grad an. Die pralle Sonne strahlt auf den Marktplatz, Cafés und Bistros haben schattenspendende Sonnenschirme aufgestellt, unter denen es sich vereinzelt einige Passanten gemütlich gemacht haben. Im Brunnen spielen Kinder. Imbiss-Mitarbeiter Mustafa Satir steht einsam in seinem Vatan Kebab Laden. "Bei so einem Wetter hat keiner Hunger auf einen Döner", sagt er trocken, während sich in seiner unmittelbaren Nähe ein dicker Dönerspieß bei einer konstanten Hitze von 70 bis 80 Grad dreht. Warm ist es hier. Eine Klimaanlage gibt es nicht, stattdessen steht die Eingangstür sperrangelweit offen. Auch er habe bei solchen Temperaturen keinen Hunger auf Döner, sagt Satir. "Es ist einfach zu warm."

Quer gegenüber packt Darius Malec in der prallen Sonne Kühlkisten zurück in den Transporter. Dicke Schweißperlen stehen dem Marktverkäufer auf der Stirn. "Ich ärgere mich fast etwas, heute hergekommen zu sein", sagt der Fischverkäufer. Auf dem Markt stand er bis zum Mittag und versuchte, seinen Fisch an die Kunden zu bringen. "So ein heißes Wetter hält viele ab, frischen Fisch zu kaufen." Zu groß die Bedenken, denn außer in der Pfanne oder auf dem Grill verträgt der Fisch keine hohen Temperaturen. Malec hat sich jedoch auf den heißen Arbeitstag vorbereitet. "Ich habe 30 Kilo Eis mehr zum Kühlen mitgenommen." Das war auch nötig, sagt der Fischverkäufer, der sich jetzt auf seinen Feierabend freut.

Am Eiscafé Dolci dagegen geht es entspannter zu, zumindest für die vielen Gäste, die es sich mit einem leckeren Eis auf der Außenterrasse gemütlich gemacht haben. Drinnen kommt eine Bestellung nach der anderen, die Kunden stehen Schlange. "Seit 10.30 Uhr verkaufen wir heute schon ein Eis nach dem anderen", freut sich Eisverkäuferin Ksenia Nuccio. Auf so einen heißen Tag hatte sich das Eiscafé natürlich vorbereitet: "Genügend Nachschub haben wir uns besorgt, mehr Obst bestellt und mehr Eis gemacht", sagt sie strahlend. Besonders gefragt seien an so warmen Tagen Fruchteis und Fruchtbecher. "Unser absoluter Renner sind Joghurt-Orange und Joghurt-Limette." Fruchtige Eiskugeln, sehr erfrischend, mit leckeren Fruchtstückchen.

Warm ist es doch zwischen so vielen kühlen Leckereien bestimmt nicht, oder? "Das denken viele, aber hinter der Theke ist es nicht kühl, nur in der Auslage", sagt Nuccio. Doch darüber blickt sie gerne hinweg: "Hauptsache, die Leute sind gut gelaunt und lassen sich das Eis schmecken."

Wenige Meter weiter an der Baustelle Ecke Hohenfuhrstraße/Kaiserstraße ist an Eis nicht zu denken. Straßenbauer Volker Kündgin und seine Kollegen ackern ordentlich. Statt in der prallen Sonne zu stehen, versuchen sie, für das Anmischen ein schattiges Plätzchen zu suchen. "Wir haben es uns zeitlich zurechtgelegt, dass wir die schwerere Arbeit schon am Morgen erledigt haben und die, die uns etwas leichter von der Hand geht, jetzt am Nachmittag." Heiß ist es trotzdem. Mit Fischerhut versucht Kündgin, sich ein wenig vor der Hitze, und mit genügend Flüssigkeit vor der Dehydrierung zu schützen. "Schlimmer haben es da die Kollegen auf Höhe der Shell-Tankstelle", sagt Kündgin. "Die asphaltieren dort gerade die Straße." 150 Grad heißer Asphalt in der prallen Sonne. "Die werden richtig schwitzen."

Glücklich schätzen können sich diejenigen, die an diesem Tag frei haben und den Nachmittag an der Wassersport- und Freizeitanlage der Kräwinklerbrücke verbringen. Die platzt im Laufe des Nachmittages nämlich aus allen Nähten. "Zwischen 1200 und 1500 Besucher werden sich heute hier wohl schon eingefunden haben", sagt Projektleiter Jörg Becher, der selbst bei seiner Arbeit an diesem Tag ordentlich ins Schwitzen kommt.

Quelle: RP
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