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Radevormwald
Aktionstafeln machen Natur erlebbar

Radevormwald: Aktionstafeln machen Natur erlebbar
Projektleiter Frank Herhaus (Biologische Station), Landrat Jochen Hagt, Thomas Knura (Volksbank Oberberg), Christiane Mattil (Biologische Station) und Susanne Fischer vom Wupperverband (v.l.) schauen sich die Tafel an. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. In Dahlerau bei Wülfing eröffnete die Biologische Station Oberberg gestern 26 sogenannte Erlebnisstationen, die entlang des Wupper- und des Bahntrassenwegs zu sehen sind. Die Tafeln informieren über Besonderheiten der Region. Von Sebastian Bergmann

Etwas einsam steht sie da, die längliche, blau-grüne Informationstafel in der Nähe des Wülfingmuseums. Doch schnell weckt sie das Interesse der Anwesenden. Nicht nur der neue Radevormwalder Bürgermeister Johannes Mans wirft neugierige Blicke auf die dort aufgedruckten Texte und Bilder, auch Landrat Jochen Hagt scheint vom Ergebnis des Projekts beeindruckt - und nutzt gleich mal das Grabensystem-Drehrad. Die Informationstafel in Dahlerau ist eine von insgesamt 26 sogenannten Erlebnisstationen, die die Biologische Station Oberberg (BSO) in den vergangenen Wochen entlang des Wupper- und des Bahntrassenwegs zwischen Marienheide und Radevormwald aufstellen ließ. Auf den kreativ gestalteten Tafeln sollen Radfahrer und Wanderer künftig gleichermaßen über die Tier- und Pflanzenwelt, die Lebensräume und Besonderheiten der Kulturlandschaft in der Region informiert werden.

Doch nicht nur Erwachsene sollen Spaß an den Standorten haben: Auch für Kinder bieten die Stationen viele interaktive Elemente. Unter anderem darf gepuzzelt, gequizzt und eben "am Rad gedreht" werden. Und wer sich die Tafel in Dahlerau genau anschaut, erfährt bereits so manches über die Region. Nicht nur, dass in dem Gebiet rund um und in der Wupper Wildschweine, Wasserfledermäuse oder Groppen leben. Sondern auch Historisches, etwa über die naheliegende Textilstadt Wülfing. "Die Erlebnisstationen sind einer von vielen Bausteinen im Projekt ,WupperVielfalt'", sagte Projektleiter Frank Herhaus von der BSO bei der Eröffnung.

Er berichtete weiter: "Die Wupper mit ihrer Aue zählt zum europaweiten Schutzgebiets-Netzwerk, den sogenannten FFH-Gebieten (Flora, Fauna und Habitat; Anm. d. Red.). Die dortige Vielfalt ist das Produkt einer jahrhundertealten Landnutzung, und die Entwicklung dieser Kulturlandschaft lässt sich am besten vor Ort verstehen. Darum haben wir uns für diese Erlebnisstationen entschieden." Schon bald sollen als Teil des des "WupperVielfalt"-Projekts auch eine App und Reiseführer folgen, verriet Herhaus.

Jochen Hagt, der als Landrat des Oberbergischen Kreises zuständig für die FFH- und Naturschutzgebiete ist, sagte bei der Eröffnung der Aktionstafeln: "Wir sind froh, mit diesem Projekt das Naturerlebnis in der Region weiter zu fördern. So wollen wir auch Anreize für die Menschen aus dem Bergischen Städtedreieck, der Rheinschiene, aber natürlich auch aus dem Oberbergischen Kreis selbst schaffen, sich näher mit der Region zu befassen." In den kommenden Wochen und Monaten will sich der Landrat alle Aktionstafeln genau anschauen. Selbst wenn er nach eigener Aussage schon viele davon gesehen hat. "Ein paar Stationen sind noch offen", sagte er.

Finanziert wurden die 26 interaktiven Aktionstafeln zu 100 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union. Dass die Erlebnisstationen den Radevormwaldern und Touristen aus den umliegenden Städten auch in den kommenden Jahren noch erhalten bleiben, scheint zudem gewiss: Die Volksbank Oberberg hat sich bereit erklärt, falls eine Tafel kaputt ginge oder zerstört würde - finanziell zu helfen.

Quelle: RP
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