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Radevormwald
Aktivbörse bringt Menschen zusammen

Radevormwald: Aktivbörse bringt Menschen zusammen
Auch Dominique Loewenguth verbuchte bei der Aktivbörse gestern Mittag im Foyer des Bürgerhauses erste Erfolge: Sie meldete ihr Angebot und ihre Fähigkeiten bei Horst Kirschsieper von der Rader Hilfsbörse an. FOTO: jürgen moll
Radevormwald. Im Bürgerhaus versammelten sich Menschen, die ihr Hobby neu entdecken wollen, Gleichgesinnte suchen oder ihre Talente aktivieren wollen. Dabei geht es um Ressourcen. Jeder Mensch kann irgendwas, das auch anderen helfen kann. Von Flora Treiber

Ingrid Wader sucht jemanden, mit dem sie kochen und Gesellschaftsspiele spielen kann. Die gelernte Köchin lebt in einem Wohnheim in Remlingrade und hat bisher niemanden für ihre Suchanzeige gefunden. "Es ist nicht leicht, die richtigen Menschen zu finden. Ich fände es schön, wenn man gemeinsam kochen würde. Bei allem, was ich kann, helfe ich mit, ansonsten gebe ich Ratschläge und Tipps", sagte die Seniorin. Durch einen Schlaganfall ist sie bewegungseingeschränkt und braucht in der Küche hin und wieder Hilfe.

Die Aktivbörse des Trägervereins "aktiv55plus" nutzte sie gestern, um neue Kontakte zu knüpfen und ihr Gesuch bekannter zu machen. "Hoffentlich findet sich eine kleine Gruppe, die an einem regelmäßigen Treffen interessiert ist", sagte sie. Im Foyer des Bürgerhauses versammelten sich viele Menschen, die ihr Hobby neu entdecken wollen, auf der Suche nach Gleichgesinnten sind und ihre Talente aktivieren wollen. "Bei der Aktivbörse geht es um Ressourcen. Jeder Mensch kann irgendwas, das anderen Menschen helfen oder das man gemeinsam ausüben kann", sagte Kyra Springer, Koordinatorin bei "aktiv55plus".

Elke Steinkamp und Hildegard Dolenga waren im Auftrag des Heimatmuseums unterwegs. "Wir suchen ehrenamtliche Kräfte, die unsere Arbeit unterstützen wollen - zum Beispiel in Form von Besucherinformation oder bei unserer Bergischen Kaffeetafel", sagte Steinkamp. Sie kam mit vielen ins Gespräch, die sich für die Arbeit im Heimatmuseum interessieren.

Gabriele Knappert will die erste MS-Selbsthilfegruppe in Rade gründen und sucht Betroffene mit gleichem Wunsch. "In Rade gibt es keine Selbsthilfegruppe für Multiple Sklerose. Das muss sich ändern", sagte sie. Wenige Minuten nach Beginn der Aktivbörse verbuchte sie den ersten Erfolg: Bruno Latzke ist ebenfalls an MS erkrankt und auf der Suche nach Menschen, die sein Schicksal teilen. "Hier können wir uns in Ruhe kennenlernen und sehen, ob man sich sympathisch ist", sagte der Rader.

Der Sinn der Aktivbörse, Mitbürger zu finden, die die eigenen Interessen, Hobbys aber auch Sorgen teilen, wurde nicht nur im Fall von Gabriele Knappert und Bruno Latzke erfüllt. Auch Dominique Loewenguth verbuchte erste Erfolge: Sie meldete ihr Angebot und ihre Fähigkeiten bei der Hilfsbörse an. Horst Kirschsieper vermittelt darüber Nachbarschaftshilfe und nahm die Wünsche und Fähigkeiten auf. "Ich will Menschen helfen, indem ich mit ihnen zum Arzt fahre oder mich mit ihnen beschäftige. Außerdem wäre ich gerne für eine Familie eine Ersatz-Oma", sagte Loewenguth. Weitere Angebote drehten sich um gemeinsames Musizieren, einen Handarbeitskreis, Vorlesen und eine Malgruppe. "Die Angebote sind alle sehr unterschiedlich und individuell. Es passiert aber auch, dass aus einer ursprünglichen Idee ganz neue Gruppen entstehen. Das ist schön zu beobachten", sagte Kyra Springer. Bei einer warmen Suppe begegneten sich im Bürgerhaus viele Menschen.

Prof. Andreas Kruse hat 15 Regeln für gesundes Älterwerden formuliert, die sich in erster Linie um gesellschaftliche Integration drehen. "Bleiben sie auch im Alter offen für positive Ereignisse und neue Erfahrungen" oder "Begreifen sie das Alter als Chance". Kyra Springer hatte diese Regeln im Bürgerhaus aufgehängt. "Sie sorgen für Orientierung und fassen unser Ziel gut zusammen", sagte sie.

Quelle: RP
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