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Ostern Starke Frauen
Als Landwirtin und Feuerwehrfrau aktiv

Ostern Starke Frauen: Als Landwirtin und Feuerwehrfrau aktiv
40 Stunden pro Woche reichen nicht aus, aber das stört Marleen Wellershaus nicht. Sie liebt ihre Tiere und die Arbeit bei der Feuerwehr. FOTO: Jürgen moll
Radevormwald. Die 21-jährige Marleen Wellershaus hat als Landwirtin ihren Traumberuf erlernt. Im Mehrgenerationen-Betrieb kümmert sie sich auf dem Hof um etwa 100 Kühe. Und als Feuerwehrfrau in Wellringrade gehört sie zu den Atemschutzträgern. Von Marion Gerdel

Mit Puppen zu spielen, das war als kleines Mädchen nie eine Option für Marleen Wellershaus. "Sie hat sich immer eher für Spielzeugautos interessiert, und das Schönste war für sie, wenn sie auf dem Trecker mitfahren durfte", erinnert sich Mutter Ingeborg. Heute ist die 21-jährige Raderin ausgebildete Landwirtin und in ihrer Freizeit bei der Freiwilligen Feuerwehr in der Löschgruppe in Wellringrade tätig.

"Ich wollte immer in der Landwirtschaft arbeiten, da gab es keine Alternative, denn ich bin gerne draußen", sagt sie. Dass sie mit dem Hof der Eltern in Wönkhausen eine gute Grundvoraussetzung hat, ihren Traumberuf ausüben zu können, war bei ihrer Berufsentscheidung das Tüpfelchen auf dem I. Seit Sommer 2015 besucht sie in Köln die Landwirtschaftsschule, die sie als staatlich geprüfte Agrarbetriebswirtin abschließen will.

"Der Beruf des Landwirts ist komplizierter geworden", sagt sie. "Es gibt immer mehr Vorschriften, und viele Tätigkeiten müssen dokumentiert werden." So muss Marleen Wellershaus mehr Zeit am Schreibtisch verbringen, als ihr lieb ist. Der Kontakt zu ihren Milchkühen, von denen 100 auf dem Hof in Wönkhausen leben, ist ihr sehr wichtig. "Da hat jedes Tier seinen eigenen Charakter, keine ist wie die andere. Das erlebe ich Tag für Tag beim Versorgen der Kühe."

Trotz des engen Kontakts kann sich Marleen Wellershaus als Landwirtin keine Sentimentalitäten erlauben, wenn es um die Frage geht, ob Tiere geschlachtet werden müssen. "Wir müssen davon leben", sagt sie. "Natürlich haben wir den Bezug zu den Tieren, aber wir dürfen die Realität und die Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen verlieren. Trotzdem tut es mir auch manchmal leid, wenn eine Kuh zum Schlachter geht", sagt sie.

Auch die Bewirtschaftung der großen landwirtschaftlichen Flächen gehört zu ihren Aufgaben. Grünland zum Weiden und Einbringen der Silage sowie Ackerflächen für den Futtermais müssen bearbeitet werden. Viel Arbeit für eine junge Frau, die in ihrem Beruf aufgeht. "Die Familie ist ihr immer wichtig", erzählt Ingeborg Wellershaus. "Selbst, als sie in ihrer Ausbildung in Soest gearbeitet hatte, kam sie nach Hause, um bei der Ernte zu helfen."

Dass sie für ihre Tätigkeit mit einer 40-Stunden-Woche nicht auskommt, stört sie nicht. "Eigentlich sind wir rund um die Uhr in Bereitschaft, denn wir müssen ja sofort da sein, wenn eine Kuh krank ist oder kalbt", sagt sie, betont aber, dass sie auf keinen Fall mit einem zeitlich geregelten Bürojob tauschen möchte. "Dazu liebe ich diesen Beruf viel zu sehr." Die Tatsache, dass der Hof im Mehrgenerationenbetrieb geführt wird, hilft dabei, sich ab und zu ein paar Tage Zeit für einen kurzen Urlaub zu nehmen oder sich auch einem Hobby zu widmen.

Bei Marleen Wellershaus bedeutet Freizeit, sich der Feuerwehrarbeit zu widmen. Alle zwei Wochen trifft sie sich mit ihren Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Wellringrade zu Übungen. Sie selbst wird als Atemschutz-Geräteträgerin eingesetzt. "Ich fühle mich als Frau angenommen wie ein Mann", sagt sie. "Von den Kameraden bin ich voll akzeptiert." Für die 21-Jährige stand früh fest, dass sie genau wie ihr Vater bei der Feuerwehr mitarbeiten wollte. "Mit Zwölf durfte ich endlich in die Jugendfeuerwehr eintreten", erinnert sie sich und ist seit neun Jahren mit Begeisterung dabei.

"Der Wunsch, anderen zu helfen, steht im Vordergrund", erzählt sie. "Aber auch die gute Gemeinschaft ist mir wichtig." In der Feuerwehr fühlt sie sich als Frau am richtigen Platz. "Ich bin zwar froh, dass ich noch keine schlimmen Situationen erleben musste, aber ich bin überzeugt, dass ich damit umgehen könnte", sagt sie selbstbewusst.

Quelle: RP
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