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Radevormwald
Alte Freunde treffen sich zur Konfirmation

Radevormwald: Alte Freunde treffen sich zur Konfirmation
Pfarrerin Maria Kluge (l.) begrüßte gestern die ehemaligen Konfirmanden im Gemeindehaus in Dahlerau. Eine Konfirmandin war extra aus Baden-Württemberg angereist, um an den Feierlichkeiten teilnehmen zu können. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. Bei der Jubelkonfirmation der Gemeinde Dahlerau gab es gestern ein Wiedersehen für einstige Konfirmanden. Manche hatten sich über die Jahre aus den Augen verloren, andere sind stets Freundinnen geblieben. Von Flora Treiber

Margret Küppers und Gisela Muß saßen bereits 1945 nebeneinander, als sie gemeinsam den Konfirmandenunterricht besuchten. An der Sitzordnung hat sich 70 Jahre später nichts geändert, denn die Freundinnen suchten sich auch bei ihrer Jubelkonfirmation am Sonntag in Dahlerau einen Sitzplatz nebeneinander. "Wir haben immer viel zu erzählen", sagte Gisela Muß.

Gemeinsam betrachteten die einstigen Konfirmandinnen, die nun ihre Jubelkonfirmation feierten, ein Gruppenfoto, das vor genau 70 Jahren entstanden ist. "Konfirmiert wurden wir allerdings nicht in der Kirche, sondern im Speisesaal in Vogelsmühle. Damals war die Kirche beschädigt", sagte Margret Küppers, die sich auf Anhieb auf dem Gruppenbild wiedergefunden hat. "Leider sind aus unserer Gruppe schon viele verstorben", sagte sie.

In das Gemeindehaus am Siedlungsweg waren fünf Konfirmanden aus ihrem Jahrgang gekommen. Neben den beiden Freundinnen feierten auch Inge Gawehn, Ursula Michalczak und Karl-Heinz Fiebig 70 Jahre Konfirmation. Pfarrerin Maria Kluge gestaltete gemeinsam mit dem Posaunenchor der evangelischen Gemeinde Dahlerau den Festgottesdienst für die Konfirmanden. "Wir feiern heute nicht nur 70 Jahre Konfirmation, sondern auch 60 und 50 Jahre", sagte sie. Insgesamt nahmen 17 ehemalige Konfirmanden an dem Festgottesdienst und dem anschließenden Beisammensein teil.

Zu diesem besonderen Tag war Christa Kinze aus Baden-Württemberg angereist. "Dass meine Konfirmation jetzt schon 60 Jahre her ist, kann ich nicht fassen", sagte sie, während sie eine alte Aufnahme von sich in ihrem Konfirmationskleid betrachtete. "Das Kleid war schwarz und fast bodenlang. Das goldene Kreuz, das am Kragen angenäht wurde, musste ich abnehmen. Wir durften in der Kirche keinen Schmuck tragen", erinnerte sich die 74-Jährige. Die vielen Lieder und Gedichte, die sie während des Konfirmationsunterrichts auswendig lernen musste, sind Christa Kinze bis heute in Erinnerung geblieben. Ganz im Gegenteil zu ihren damaligen Freunden und Bekannten. "Die meisten erkenne ich nicht mehr wieder. Da muss ich viel nachfragen", sagte die ehemalige Radevormwalderin.

Für das Treffen im Gemeindehaus hatte Armin Maurer, Gemeindemitglied und aktives Mitglied des Geschichtsverein, eine Diashow vorbereitet. "Ich zeige Aufnahmen aus den letzten Jahrzehnten, auf denen die Straßen und Gebäude rund um unsere Kirche abgebildet sind. Mal sehen, ob wir die Straßen gemeinsam wiederkennen", sagte Maurer, der mit den Jubelkonfirmanden etwas Heimatkunde betreiben wollte. "Vielleicht erkennt der eine oder andere ja auch sein Elternhaus wieder."

Quelle: RP
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