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Radevormwald
Am Limit lenkt auf dem Krad der Zufall

Radevormwald: Am Limit lenkt auf dem Krad der Zufall
Sicher in die Motorradsaison starten - bei der Präventionsveranstaltung auf dem Parkplatz Müngsten an der Landstraße 74 in Solingen wollte die Polizei mit zahlreichen Aktionen die Köpfe der Fahrer erreichen. "Denn dort werden die Entscheidungen getroffen", sagt Dieter Moors von der Verkehrsunfallprävention der Polizei. FOTO: Stephan Köhlen
Radevormwald. Um Sicherheit ging es gestern beim Präventionstag zum Auftakt der Motorradsaison auf dem Parkplatz Müngsten. Von Sandra Grünwald

Ein gewaltiges Motorrad liegt am Boden. Wie bekommt der Fahrer die 350 Kilogramm schwere Maschine wieder hoch? "Die meisten Unfälle passieren beim Langsamfahren und Rangieren", weiß Lars Heidemann von der Johanniter Unfall-Hilfe Bergisches Land. "Wir wollen zeigen, dass man nicht riesig Kraft haben muss, um ein solches Motorrad wieder aufzurichten." Tatsächlich schafft es die nur 1,56 Meter große Sandra Jessner, die Maschine auf die Räder zu stellen.

"Mit Physik bekommt man das recht gut hin", erklärt Lars Heidemann weiter. Dabei wird eine Hebelwirkung über Lenker und Hinterrad genutzt. Die Johanniter unterstützen den Präventionstag jedoch vor allem, um auf die Erste Hilfe aufmerksam zu machen. "Von 3600 im Jahr 2013 tödlich verunglückten Personen hätten zehn Prozent überleben können, wenn die Leute, die zuerst an der Unfallstelle waren, die Erste Hilfe hätten leisten können", weiß Heidemann.

So zeigen die Johanniter die wichtigsten Maßnahmen. "Das ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kursus, aber es sensibilisiert." Denn alle fünf Jahre sollte das Wissen aufgefrischt werden. Mit einem Missverständnis räumt Lars Heidemann ebenfalls auf: "Bei einem Unfallopfer immer den Helm abnehmen." Natürlich soll die Präventionsveranstaltung zu Beginn der Motorradsaison, die auf dem Parkplatz Müngsten an der Landstraße 74 unter dem Motto "Am Limit lenkt der Zufall!" steht, vor allem dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden.

"Wir haben über die Jahre ein regionales Netzwerk aufgebaut", erzählt Polizeihauptkommissar Michael Bartsch, Leiter der Verkehrsunfallprävention. Neben den Johannitern wirken auch Fahr- und Sicherheitstrainer, die Verkehrswacht und die "Limiter" mit. "Die Limiter sind private Motorradfahrer, die uns bei der Prävention unterstützen", erklärt Bartsch. Inzwischen haben schon rund 200 Biker die Limiter-Erklärung unterschrieben. Neben dem Präventionstag werden auch geführte Touren für Neuanfänger und Wiedereinsteiger angeboten. Begleitet werden sie auch von den "Limitern". Unterwegs gibt es dann Tipps zum Gruppenverhalten oder zur Fahrsicherheit - quasi von Biker zu Biker.

Dass Sicherheit auch etwas mit dem Outfit zu tun hat, wird mit leuchtend gelben Sicherheitswesten deutlich. "Oft werden Motorradfahrer von Autofahrern übersehen", weiß Bartsch. Viele Motorradfahrer sind dunkel gekleidet. Ein Risikofaktor, der nicht zu unterschätzen ist. Um Prävention geht es auch in dem Puppentheaterstück, das auf dem Parkplatz gespielt wird, um einen etwas anderen Zugang zum Thema zu finden. "Wir wollen es nicht dem Zufall überlassen, ob man sicher nach Hause kommt", sagt Dieter Moors von der Verkehrsunfallprävention der Polizei. Das Wichtigste steckt eben im Helm. "Wir müssen die Köpfe der Fahrer erreichen", sagt er, "denn dort werden die Entscheidungen getroffen".

Quelle: RP
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