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Radevormwald
Arbeitsloser Landwirt steht immer wieder vor Gericht

Radevormwald. Neun Vorstrafen hat ein 52-jähriger Radevormwalder bereits für sich verbucht. Damit ist er natürlich regelmäßiger Besucher am Amtsgericht in Wipperfürth. In der jüngsten Verhandlung wurde ihm eine Straftat nach dem Pflichtversicherungsgesetz in Tateinheit mit Fahren ohne Fahrerlaubnis vorgeworfen. Im Juli war der ehemalige Landwirt mit einem Traktor über eine öffentliche Verkehrsstraße in Kleinsiepen gefahren und dabei von der Polizei erwischt worden. Weder das Fahrzeug war haftpflichtversichert, noch konnte der arbeitslose Mann eine Fahrerlaubnis vorzeigen. Die Tat leugnete der Angeklagte nicht: "Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie vor etwas weggelaufen. Warum soll ich jetzt damit anfangen?", stellte er dem Richter eine rein rhetorische Frage. Von Heike Karsten

Den Traktor sei er nur gefahren, weil er seinem 75-jährigen Vater den Gefallen nicht ausschlagen wollte. "Ich dachte, der Weg gehört noch zu unserem Grundstück", fügte er entschuldigend hinzu. Schon im Jahr 2011 hatte der Angeklagte eine ähnliche Tat begangen und war dafür zur Rechenschaft gezogen worden. "Sie müssen sich einen Führerschein besorgen und das Fahrzeug anmelden, sonst sitzen wir hier immer wieder", mahnte der Richter den Angeklagten eindringlich.

Das Gericht verurteilte den arbeitslosen Landwirt zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je zehn Euro, somit also zur Zahlung von 800 Euro. Zudem erhielt der Verurteilte eine isolierte Sperrfrist für eine Fahrerlaubnis von drei Jahren. Vor Ablauf dieser Frist darf keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden. "Den Führerschein kann ich wegen meines Augenleidens nicht machen", winkte der Rader ab.

Strafmildernd bewertete der Richter, dass es keine Spaßfahrt mit dem Ferrari gewesen sei und auch die Gefahr an dieser abgelegenen Stelle gering war. Die vielen Vorstrafen verlangten jedoch ein gewisses Strafmaß. "Das ist die allerletzte Warnung dieser Art. Ansonsten droht ihnen künftig die Justizvollzugsanstalt", mahnte der Richter noch einmal abschießend.

Quelle: RP
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