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Radevormwald
Asiatisches Museum soll attraktiver werden

Radevormwald: Asiatisches Museum soll attraktiver werden
Peter Hardt vor einer alten Bronze-Statue aus Kambodscha. Das Museum beherbergt Ausstellungstücke aus verschiedenen Teilen Asiens. FOTO: Moll (Archiv)
Radevormwald. Peter und Li Hardt haben vor 14 Monaten das Asiatische Museum in Sieplenbusch eröffnet. Die Besucher-Resonanz ist nicht wie erwartet. Erweiterter Garten und Events sollen Besuch interessanter machen. Von Wolfgang Scholl

Kunst und Kultur verschiedener Länder Asiens zu verbinden, das war eines der Ziele von Peter und Li Hardt. Vor etwa drei Jahren begannen sie mit dem Bau des Museums, vor etwa 13 Monaten feierten sie Eröffnung.

"Die Resonanz ist nicht so wie erwartet", ziehen beide ein Jahres-Fazit. "Ich hatte damit gerechnet, dass die Welt Asiens für Besucher aus Rade und der Region interessanter ist", sagt Peter Hardt, der seit 40 Jahren die Länder Asiens bereist und seit vielen Jahren als Kunsthändler Spezialist für asiatische Kunst ist. Hinzu komme, sagt Hardt, dass sich Kultur immer schwerer an den Besucher bringen lasse als zum Beispiel Fußball.

Erfahren hat er auch, dass nur 1,5 Prozent der Deutschen ein asiatisches Land besucht haben. "Ich hatte geglaubt, dass es eindeutig mehr sind, habe mich also getäuscht", sagt er. Ein Grund für das von ihm überschätzte Interesse sei auch, dass die ins Ausland Reisenden oberflächlicher unterwegs sind. "Früher haben sich die Leute auf Reisen nach Asien viel mehr vorbereitet. Kulturreisen sind besonders bei Jüngeren wohl nicht mehr so beliebt", glaubt Hardt.

Neben Radern besuchen das Museum in Sieplenbusch meistens Gäste aus der bergischen Region. "Viele kommen aus Remscheid", sagt Li Hardt, "auch Wuppertaler und Wermelskirchener kommen manchmal, dazu Gäste aus Hückeswagen und Schwelm." Im letzten halben Jahr bemerkt Li Hardt einen kleinen Aufschwung. Nur eine ganz geringe Resonanz sieht Peter Hardt durch seinen Raum in der Hundertwasser-Ausstellung. Der Einsatz habe sich bisher nicht gelohnt. "Wir haben zahlreiche Prospekte auch in Düsseldorf oder Köln verteilt", sagt Tobias Hardt, Sohn von Peter Hardt, der ebenfalls in die Museumsarbeit eingebunden ist. Dabei hat Li Hardt festgestellt, dass das Verteilen von Prospekten heute nicht mehr ausreicht. "Man muss die Leute direkt ansprechen, das ist aber natürlich schwierig", sagt sie.

Bisher nicht angesprungen ist der Besuch asiatischer Gäste. Das hänge häufig damit zusammen, dass die zwar Metropolen wie Köln besuchen, Rade aber für einen Abstecher zu weit entfernt liegt. "Wir können es uns nicht leisten, Gäste in Köln abzuholen. Das wäre zu teuer", sagen Tobias und Peter Hardt.

Das Trio blickt aber trotzdem zuversichtlich in die Zukunft. Um das Museum für einen zweiten oder dritten Besuch attraktiver zu machen, soll er in Zukunft noch stärker mit kleinen Events verbunden werden. Ein erstes Konzert mit dem Schlagzeuger Peter Fleischhauer aus Rade oder dessen Klang-Mediation am 22. Oktober nennt Peter Hardt als Beispiel.

Geplant ist die Umgestaltung der großen Wiese oberhalb des Museums. Ziel ist es, dort einen Skulpturengarten einzurichten und nachhaltig 60 Laubbäume zu pflanzen. "Derzeit gestaltet sich das Aufstellen eines größeren Steins schon als äußerst schwierig", sagt Hardt. Als Vorbild dient ihm der Skulpturengarten von Tony Cragg in Wuppertal, der dort auch zunehmend Anerkennung findet. Dabei setzt Hardt auch auf den neuen Bürgermeister Johannes Mans und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Er wünscht sich, dass Radevormwalder auch so unterstützt werden wie die Galerie F vom Niederrhein, die die Hundertwasser-Ausstellung bei Wülfing präsentiert. Peter Hardt will deshalb in naher Zukunft das Gespräch mit dem neuen Bürgermeister suchen und ihn nach Sieplenbusch einladen.

Quelle: RP
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