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Radevormwald
Asylbewerber sollen gemeinnützig arbeiten

Radevormwald. Die Kommunen wollen Flüchtlinge einsetzen, bieten aber selbst seit Jahren Integrationsprojekte an. 302 Plätze stehen in Oberberg zur Verfügung. Von Verena Kensbock

BERGISCHES LAND Flüchtlinge, deren Asylverfahren noch nicht entschieden ist, haben oft keine Wahl: Sie dürfen nicht arbeiten und müssen warten. Seit August können die Kommunen Asylbewerbern eine gemeinnützige Arbeit anbieten. Für den Rheinisch-Bergischen Kreis stehen 284 Plätze zur Verfügung, für den Oberbergischen Kreis sind es 302 Plätze. Die Finanzierung erfolgt über die Agenturen für Arbeit.

Mit den Integrationsmaßnahmen soll Wartezeit überbrückt und Kontakt zur Arbeitswelt geknüpft werden. Unterstützung des Hausmeister oder Reinigung von Grünflächen - die Teilnehmer übernehmen gemeinnützige Aufgaben oder sie engagieren sich selbst in der Flüchtlingshilfe. Voraussetzung ist, dass die Arbeiten nicht auf anderen Wegen verrichtet wird. Dafür gibt es eine Aufwandsentschädigung von 80 Cent pro Stunde.

"Wir sind noch in der Planungsphase", sagt Regina Wallau, Pressesprecherin der Arbeitsagentur. "Seit August können die Kommunen Anträge stellen." Bisher seien allerdings erst drei Anträge eingegangen. Wermelskirchen, Radevormwald und Hückeswagen seien nicht dabei. Das liege vor allem am hohen bürokratischen Aufwand.

Das bestätigen auch die Städte. Carmen Nötzel (Stadt Wermelskrichen) sagt: "Wir wollen daran teilnehmen, haben den Antrag aber noch nicht eingereicht." Grund: Die Sachbearbeiterstelle für die Integrationsprojekte ist noch nicht besetzt. "Das Sozialamt engagiert sich aber seit vielen Jahren und bietet Ein-Euro-Jobs an." Die würden auch von Flüchtlingen intensiv genutzt.

Ähnlich sei die Situation in Hückeswagen, sagt Fachbereichsleiter Michael Kirch. Auch hier gebe es Angebote. Mit der Subvention des Kreises entstehen nun 17 feste Plätze für gemeinnützige Arbeit. In den kommenden sechs Wochen sollen die Anträge einflattern. In Radevormwald sind die Pläne schon konkreter, berichtet Anke Schröder vom Sozialamt. Hier stehen 19 Plätze zur Verfügung. In Kooperation mit der Diakonie werden sieben Verträge geschlossen. "Sie werden dann zum Beispiel auf dem Friedhof oder in der Altenpflege arbeiten." Zudem beschäftige die Stadt bereits drei Asylbewerber mit gemeinnütziger Arbeit.

Quelle: RP
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