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Radevormwald
Auch der MGV Sängerbund hat sich inzwischen aufgelöst

Radevormwald: Auch der MGV Sängerbund hat sich inzwischen aufgelöst
2004 gab der MGV Sängerbund im April in der Aula der GGS Stadt sein letztes großes Jubiläumskonzert. FOTO: hdö (Archiv)
Radevormwald. Der nächste Männergesangverein hat sich aufgelöst. Nachdem der Radevormwalder Männerchor (RMC) sein Aus zum Jahreswechsel im Herbst bekanntgegeben hatte, teilte Siegmund Sieper gestern mit, dass der MGV Sängerbund zum 18. Januar 2018 aus dem Vereinsregister gelöscht worden ist. Zuletzt hatte der Chor noch sechs aktive Sänger im Alter zwischen 97 und 74 Jahren.

Den Namen MGV Sängerbund gibt es seit 1919. Damals wurden, wie aus der Festschrift des Jahres 1954 hervorgeht, am 9. Januar die beiden bestehenden Chöre "Serenita" aus Önkfeld und "Frohsinn" verschmolzen. Der MGV "Frohsinn" war 1892 von Arbeitern der Firma Gottlieb Frowein in Bergerhof gegründet worden, der MGV "Serenita" im Jahre 1879, die Önkfelder Singschule in einen MGV umgewandelt wurde. Deshalb galt das Jahr 1879 als Gründungsjahr.

Siegmund Sieper berichtet, dass der RMC aus dem MGV Sängerbund hervorgegangen ist. "In den 1950er Jahren haben sich Sänger von unserem Chor getrennt und den RMC neu gegründet", sagt Siegmund Sieper.

Weil die Zahl der aktiven Sänger in den vergangenen 30 Jahren kontinuierlich rückläufig war, haben die Mitglieder des MGV Sängerbund vor inzwischen 25 Jahren einen neuen Weg gesucht und die Probenverbindung zur Sangeslust Königsfeld gesucht. Zuerst dirigierte Peter E. Wolff, nach dessen Tod übernahm der Sänger Paul Quett. Die beiden Chöre blieben selbstständig, haben aber gemeinsam geprobt (im Vereinshaus der Ennepetaler am Spreeler Weg), sind gemeinsam aufgetreten und haben gemeinsam gefeiert.

Die Abschlussfeier war die Weihnachtsfeier am 8. Dezember. Werner Steinfadt ist mit 97 Jahren der Älteste, Norbert Kramer mit 74 Jahren der jüngste Sänger. Dazwischen liegen altersmäßig die vier Sänger Hans Keup, Klaus Weber, Paul Teck und Siegmund Sieper. Zum letzten Mal haben die beiden Chöre gemeinsam im Altenheim Helvita in Ennepetal gesungen.

Die Geschichte des MGV Sängerbund ist mit zahlreichen Konzerten mit jeweils großen Gastsängern verknüpft. 1979 gab es ein Jubiläumskonzert mit Kammersänger Gerd Feldhoff. Der war aus dem Chor hervorgegangen und später Sänger an der Deutschen Oper Berlin, berichtet Siegmund Sieper.

Weitere Konzerte gab es mit dem Frauenchor Westfälische Nachtigallen, mit dem Chor Blaue Jungs aus Bremerhaven (Marine-Chor der Bundeswehr), dem Tenor Walter Ludwig oder früher bekannten Kammersängern wie Kurt Böhme, Heinz Hoppe oder Günter Wewel. Das letzte große Konzert gab der MGV Sängerbund im April 2004 bei einer Matinee zum 125-jährigen Bestehen.

(wos)
 
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