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Boys Und Girls Day
Auch Mädchen können Reifen wechseln

Radevormwald. WERMELSKIRCHEN/ RADEVORMWALD Wahrlich alle Hände voll zu tun hatte gestern Jaquelin Witte im Berufskolleg Bergisch Land: Die Schülerin der Fachoberschule Soziales und Gesundheit zeigte den jugendlichen Besuchern anschaulich, wie Patienten in einem Krankenbett gelagert und umgelagert werden. So erfuhren denn auch Jonas, Marius und David aus den achten Klassen der Wermelskirchener Realschule als vermeintliche "Patienten" und "Pfleger", dass sich der Begriff "Knuddelgriff" zwar niedlich anhört, aber in der Ausführung ganz schön kraftaufwendig ist.

Grund- und Förderschulen sowie vor allem Real- und Hauptschulen aus dem Bergischen, darunter aus Radevormwald, Hückeswagen und Wipperfürth, hatten gestern etwa 450 Jugendliche zum "Girls und Boys Day" ans Berufskolleg nach Wermelskirchen geschickt.

Ziel des Tages: Mädchen sollen sich über typisch Männer-Berufe informieren und umgekehrt. So zeigte Thilo Mücher, Lehrer für Kfz-Technik und erweiterte Schulleitung, den Schülerinnen in der Werkstatt, wie ein Pkw für den Sommer fit gemacht wird - inklusive Wechsel von Winter- auf Sommerräder und der Luftdruckprüfung. "Wir nehmen Ängste und zeigen, dass man sich nur trauen muss", sagte er.

Das 1050 Schüler starke Berufskolleg beteiligte sich unter der Federführung von Lehrer Thorsten Meister inzwischen zum fünften Mal am "Girls und Boys Day". Berufskolleg-Schüler führten die jüngeren Besucher als "Scouts" anhand eines Laufzettels zu den einzelnen Stationen, präsentierten das gesamte Spektrum der Institution. "Das funktioniert so erfolgreich, weil die anderen Schulen gemerkt haben, dass hier bei uns das Ausprobieren in einem geschützten, schulähnlichen Umfeld passiert. Letztlich bleibt das Berufskolleg so auch nicht abstrakt. Die Jugendlichen sehen, wo sie nach Haupt- oder Realschule ihren schulischen Weg fortsetzen können", sagte Mücher.

Runar Katschek strebt am Berufskolleg sein Fachabitur (Höhere Berufsschule für Technik) an. Er zeigte den Schülerinnen, was sich in Sachen Metallverarbeitung alles machen lässt. So konnten Katrin Kerber, Johanna Fechner, Cora Voss und Lea Ewers aus Wipperfürth eine selbstgemachte Vase aus einem gebogenen Messing-Blech und Reagenzglas mit nach Hause nehmen. "Das Stanzen und Schneiden an den Maschinen ist schon cool. Das Gravieren hat besonders Spaß gemacht", sagten die Schülerinnen.

"Die Neugier hat uns hierher getrieben", sagten Danny Wicher und Max Spicker von der Realschule Radevormwald beim Baby-Wickeln. Und Irmgard Danielmeier, Lehrerin im Bereich Kinderpflege-Ausbildung, merkte erfreut an: "Die Jungs kommen in letzter Zeit mit einer immer größeren Selbstverständlichkeit zu uns." Stephan Singer

Quelle: RP
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