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Radevormwald
Auch Rader jagen die Pokémon - einzeln und in Gruppen

Radevormwald: Auch Rader jagen die Pokémon - einzeln und in Gruppen
Eduard Ripun auf Pokémon-Jagd am Schlossmacherplatz. FOTO: Schütz
Radevormwald. Eduard Ripun gehört zu den erfolgreichsten Pokémon-Spielern Rades. In wenigen Wochen hat er es in das 22. Level geschafft. Der 26-Jährige hat sich das Smartphone-Spiel "Pokémon Go" einen Tag vor dem offiziellen Erscheinungsdatum in Deutschland auf seinem Handy installiert und ist seitdem bekennender Jäger. Von Flora Treiber

Damit gehört er aber längst nicht mehr zu einsamen Spiel-Enthusiasten, sondern zu einer großen Gruppe von Menschen, die das Spiel für sich entdeckt haben. Auf der ganzen Welt jagen Menschen jeden Alters die Fabelwesen aus dem japanischen Spiel. Anfang 2000 eroberte Pokémon als Sammelkarten und Playstation-Spiel den europäischen Markt und begeisterte damals beinahe jedes Kind. Jetzt ist der Klassiker der Spielindustrie mit einem interaktiven Spiel zurück.

Wer "Pokémon Go" auf dem Smartphone installiert hat, verfolgt das Ziel, so viele Pokémon wie möglich zu sammeln. Das geht nicht in den eigenen Wänden, sondern nur in Verbindung mit der Realität und realer Bewegung. Mit der Hilfe einer Landkarte bewegen sich die Spieler durch ihre Umgebung und werden von ihrem Handy darauf hingewiesen, wo sich welcher Pokémon aufhält. "Man sucht die Pokémon im gesamten Stadtgebiet und legt dabei oft mehr als zehn Kilometer zurück. Für meinen Arbeitsweg rechne ich jetzt meistens eine Stunde mehr ein und gehe lieber zu Fuß, als mit dem Auto zu fahren", sagt Eduard Ripun. Einen großen Vorteil hat das Spiel: Es lockt die spielwütige Generation in die Natur, fordert sie zum Bewegen und Entdecken auf. Zu erkennen sind die Pokémon-Jäger an ihrer gebückten Körperhaltung. Mit Blick auf den Handybildschirm laufen sie durch die Straßen, um Punkte und eins der begehrten Wesen zu fangen.

Die skurrilsten Pokémon-Go-Vorfälle in NRW FOTO: Laura Ihme

Einsam macht das Spiel, das virtuelle und reale Welt verbindet, aber nicht. Pokémon-Spieler können sich zu Teams zusammenschließen und gemeinsam Arenen verteidigen, die sich in Radevormwald auf dem Marktplatz, im Parc de Châteaubriant und in der Südstadt befinden. "In den Arenen kann man Erfahrungspunkte für einen Level-Aufstieg sammeln. Darüber lernt man viele Menschen kennen und kommt miteinander ins Gespräch. Das mag ich an dem Spiel am meisten."

Das neue Stadtbild bestätigt diese Aussage. An den "Pokéstops" sitzen Gruppen zusammen, entwickeln gemeinsam Spielstrategien und tauschen sich aus. Die "Pokéstops" werden von den Spielern regelmäßig aufgesucht, um Spielutensilien, wie "Pokebälle", "Eier" oder "Beleber" zu sammeln. Sozusagen die Tankstelle für alle Pokémon-Jäger. Einer der beliebtesten Pokéstops ist der Schlossmacherplatz. Dort sitzen besonders abends viele Spieler. Dass die Gesellschaft negativ auf die Pokémon-Jäger reagiert, konnte Ripun noch nicht beobachten. "Viele sind interessiert und fragen nach." Dass Spieler auf private Grundstücke eindringen müssen, um einen Pokémon zu fangen, hält er für Unsinn. "Der Radius, in dem die Wesen gefangen werden können, ist groß genug, um die Privatsphäre zu schützen und auf öffentlichem Boden zu bleiben", sagt Ripun. Rader müssen sich nicht fürchten, wenn sie Gruppen durch die Stadt ziehen sehen. Pokémon-Jäger sind ein harmloses Volk, das ihre Begeisterung für Spiele in den öffentlichen Raum verlegt hat.

So nutzen die Pokémon-Jäger die Kö in Düsseldorf für sich FOTO: Uwe-Jens Ruhnau
Quelle: RP
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