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Radevormwald
Auch Versorgungsassistentinnen sind jetzt in Oberberg im Einsatz

Radevormwald. Werden im Oberbergischen Kreis Hausbesuche getätigt, so erscheint nicht mehr zwangsläufig der Arzt oder die Ärztin. Stattdessen könnte auch eine "EVA" vor der Türe stehen. Das steht für "Entlastende Versorgungsassistentin" - und diese kann nach erfolgreicher Fortbildung Blut abnehmen, Blutdruck sowie Blutzucker messen und Befunde mitteilen.

Kürzlich hat die erste von der Ärztekammer Nordrhein anerkannte Fortbildungsveranstaltung mit 24 medizinischen Fachangestellten stattgefunden. Dazu kooperieren die Kreisstelle der Ärztekammer Oberberg, die Kreisstelle der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Oberberg, die Labor-Union und das Gesundheitsamt des Kreises. Ziel der Fortbildungsreihe, die aus 170 bis 220 Stunden theoretischem Unterricht sowie praktischen Übungen bei Hausbesuchen bestehen, ist es, die "Entlastenden Versorgungsassistentinnen" mit Kompetenzen in der ambulanten Praxis auszustatten, um niedergelassene Ärzte zu unterstützen und zu entlasten. "Mit der Alterung der Bevölkerung sind erhöhte Anforderungen an die ärztliche Versorgung geknüpft. Gleichzeitig nehme ich eine ungeklärte Nachfolgeproblematik in Oberberg wahr, die viele niedergelassene Kollegen an ihre Grenzen führt", sagt Dr. Thomas Bauer, Leiter des Kreisgesundheitsamtes.

Prof. Dr. August-Wilhelm Bödecker, Allgemeinmediziner und Vorsitzender der KV Oberberg, ergänzt: "Konsequent haben sich alle Beteiligten zusammengetan und alle Anstrengungen unternommen, um eine in dieser Region drohende Lücke in der ambulanten hausärztlichen Versorgung zu schließen. Uns muss klar sein, dass die Ressource ,Arzt' begrenzt ist." Hausbesuche seien wichtig, sagt Bauer, allerdings müsse es das Ziel sein, die Patienten zum Arzt zu bekommen und nicht umgekehrt. "Wenn das nicht möglich ist, werden in Oberberg künftig auch unsere ausgebildeten "EVA's" zum Einsatz kommen." Erstmals findet die Fortbildung dank des Engagements der Kooperationspartner in Oberberg statt.

Vermittelt werden die Lerninhalte von Referenten aus der Umgebung wie Medizinern, Psychologen und Rettungshelfern. "Die Fortbildung ist eine langfristige Investition für das gesamte Team unserer Arztpraxen, denn dieses kann von dem erworbenen Wissen nur profitieren", sagt Bauer. Dr. Jorg Nürmberger, Gesundheits- und Sozialdezernent des Kreises, fügt an: "Ich würde mich freuen, wenn Patienten und Angehörige den EVA's die Wertschätzung entgegenbringen, die sie verdienen." Spätestens im Juni 2016 könnte es nach der Prüfung 24 neue "EVA's" in Oberberg geben.

(rue)
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