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Radevormwald
Auftakt des Reparaturcafés ist gelungen

Radevormwald: Auftakt des Reparaturcafés ist gelungen
Ivan Kipevski (links) und Norbert Lauterjung (rechts) kümmern sich im Konferenzraum des Vereins "aktiv55plus" an der Grabenstraße 18 um den defekten Kaffeeautomaten von Acar Isar (Mitte). FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. Der Trägerverein "aktiv55plus" will sein Angebot in Zukunft zweimal im Monat anbieten. Neben der eigentlichen Reparatur soll die Kommunikation zwischen Hilfesuchenden und Helfern ein wichtiger Aspekt werden. Von Marion Gerdel

Der erste Termin des Radevormwalder Reparaturcafés, das ab sofort zwei Mal im Monat vom Verein "aktiv55plus" angeboten wird, war ein voller Erfolg. Das gilt, auch wenn diese Idee noch nicht von der Personengruppe genutzt wurde, für die sie ursprünglich gedacht war.

"Wir wollten den Menschen, die sich nicht mal eben eine neue Kaffeemaschine oder einen Toaster kaufen können, die Möglichkeit zu einer kostenfreien Instandsetzung geben", erläuterte Koordinatorin Kyra Springer die Gedanken, die sich die Organisatoren rund um das Reparaturcafé gemacht haben. Die Menschen, die am Mittwoch ihre DVD-Player, Lampen und Nähmaschinen zur Grabenstraße brachten, hatten oftmals schon diverse Reparaturversuche hinter sich, die aber allesamt erfolglos waren.

Auch wenn nicht jede Reparatur funktioniert hat, gingen alle Besucher mit guter Laune wieder nach Hause. So wie Stefan Bengtsson. Dessen Fernseher mit integriertem DVD-Player läuft immer noch nur in schwarz-weiß. "Aber das macht gar nichts. Das Ding steht sowieso schon zwei Jahre rum. Es war ein Versuch, denn eine Reparatur über den Fachhandel wäre viel zu aufwendig und zu teuer", sagte er.

Mehr Glück hatte Rainer Schaumburg, der eine defekte Schreibtischlampe mitgebracht hatte, die, nach dem Austausch der Sicherung im Dimmer, nun wieder tadellos funktioniert. Ein lauter Jubelschrei aus dem Reparaturzimmer kündete vom Erfolg der Arbeit. "Die Lampe war schon sechs Monate kaputt, ich hatte die Reparatur schon selbst versucht, aber auf diese Lösung bin ich nicht gekommen", freute sich der Radevormwalder und ergänzte, "ich kann das Reparaturcafé nur empfehlen. Es ist nicht nur eine tolle Anlaufstelle, wenn man kaputte Dinge reparieren lassen will, es ist auch eine Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Es bietet aber auch Flüchtlingen einen Weg, zu zeigen, dass sie viel Fachwissen mitbringen."

Ivan Kipevski, einem Elektriker aus Mazedonien, war es gelungen, die Lampe zu reparieren. Ihm war wichtig, zu sagen, dass er in Radevormwald so viel Hilfe erfährt, und auch gerne welche zurückgeben möchte. Das Reparaturcafé bietet ihm dafür eine geeignete Plattform. Denn es soll in erster Linie "Hilfe zur Selbsthilfe" sein und nicht nur denen gute Dienste bieten, die defekte Geräte an die Grabenstraße bringen.

Fast noch glücklicher als die Männer und Frauen, die das Café mit wieder funktionierenden Staubsaugern und Nähmaschinen verließen, waren die Helfer, die diese vor allem Haushaltsgeräte wieder ans Laufen brachten und somit zeigen konnten, dass ihre Arbeit hier gebraucht wird.

"Wir hatten die Idee, bei den Asylsuchenden in Radevormwald nachzufragen, ob es dort jemanden gibt, der uns mit seinem Wissen helfen kann. Wir haben dort viele Männer gefunden, die nur zu gern bereit waren, uns zu unterstützen. Gleichzeitig können diese wichtige Kontakte knüpfen und ihre Sprachkenntnisse aufbauen", freut sich Kyra Springer. Obwohl das Reparaturcafé erst um 16 Uhr öffnete, warteten um diese Zeit schon mehrere "Kunden" vor der Tür. Geduldig übernahmen sie ihre Wartemarke und vertrieben sich die Zeit, bis sie dran waren, mit einer Tasse Kaffee oder einem Stück Kuchen. Einige Gäste kamen sogar ohne defekte Geräte zu "aktiv55plus", einfach, um die Gelegenheit zu nutzen, mit anderen zu reden.

"Auch das bestätigt uns darin, dass wir das richtige Angebot machen", sagt Kyra Springer und ergänzt, "natürlich wollen wir mit diesem Angebot defekte Geräte reparieren, aber uns als Verein geht es noch mehr darum, dass die Menschen miteinander in Kontakt kommen."

Quelle: RP
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