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Radevormwald
Aus Pakistan in den Rader Stadtrat

Radevormwald. Malik-Nasir Mahmood ist als neues Ratsmitglied in der Bergstadt aktiv. Der gebürtige Pakistani, der seit 32 Jahren in Radevormwald lebt, vertritt die Partei von Bündnis 90/Die Grünen. Auf die Stadt sieht er einige Probleme zukommen. Von Marion Gerdel

Da in Pakistan seine Religion nicht als muslimisch anerkannt wurde, wurde er als junger Mensch dort verfolgt. Der damalige Student der Wirtschaftswissenschaften floh vor 30 Jahren nach Deutschland und siedelte sich sofort in Radevormwald an. Seit 2005 hat er die deutsche Staatsbürgerschaft. Aus gesundheitlichen Gründen musste Malik-Nasir Mahmood 2008 seinen Beruf als Lagerarbeiter aufgeben und konnte sich seither umso mehr den politischen Fragen seiner neuen Heimatstadt widmen.

"Ich habe mich immer schon für Politik interessiert", sagt er. "Schon mein Vater war in Pakistan politisch tätig." Da Malik-Nasir Mahmood seit Jahren von der Politik der Grünen überzeugt ist, hat er die Chance genutzt, gleich nach der Gründung des Radevormwalder Ortsverbandes 2011 Parteimitglied zu werden. "Ich bin sehr dankbar, dass mir Deutschland die politischen Rechte als Wähler und aktiver Politiker gegeben hat, die mir in meiner Heimat verwehrt blieben", sagt er. "Ich bin sehr stolz darauf, als erster Immigrant Mitglied des Radevormwalder Stadtrates zu sein", sagt er. Vereidigt worden ist er im Dezember als Nachfolger von Simon Bornewasser.

Als neues Ratsmitglied möchte er sich, auch bedingt durch seine eigenen Erfahrungen, gerade im Bereich der Flüchtlingshilfe einsetzen. Er ist sich zwar sicher, dass die Stadt gerade in diesem Bereich sehr gute Arbeit leistet, er weiß aber auch, dass es ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer nicht geht.

Auf die Stadt Radevormwald sieht er in den nächsten Jahren einige größere Probleme zukommen, für die er aber erste Lösungsansätze hat. So will er der Gefahr von zu wenigen Arbeitsplätzen entgegenwirken, indem neue, große Firmen nach Radevormwald gebracht werden sollen. "Dies könnte zum Beispiel funktionieren, wenn man den Eigentümern steuerliche Anreize bietet", sagt er.

Um die Innenstadt zu beleben, könnte er sich vorstellen, dass große Vollsortimenter, wie zum Beispiel Real, sich hier ansiedeln und viele Käufer nach Radevormwald locken, die dann auch in den kleinen Geschäften im Zentrum einkaufen würden.

Als Vater von fünf Töchtern ist Malik-Nasir Mahmood auch mit dem Radevormwalder Schulsystem bestens vertraut. "Ich würde hier auf jeden Fall eine Gesamtschule bevorzugen", sagt er, denn bei dieser Schulform würden die Schüler nicht schon nach dem vierten Schuljahr in ein Schema 'guter Schüler - schlechter Schüler' gepresst. Da diese Schulform aber nicht zur Auswahl steht, präferiert er auf jeden Fall die Einführung einer Sekundarschule.

Quelle: RP
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