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Radevormwald
Awo teilt Mitte März mit, welche Kitas sie abgibt

Radevormwald. Welche Kindertagesstätten kann die Arbeiterwohlfahrt Rhein-Oberberg aufgrund der Tariferhöhungen nicht in ihrer Trägerschaft behalten? Diese Frage kann der Wohlfahrtsverband aus rechtlichen Gründen bisher nicht beantworten. Er muss aus Kostengründen die Trägerschaft von sieben seiner 52 Kitas abgeben. "Aber erst muss sich der Betriebsrat mit der Angelegenheit befassen. Das möchte er mit juristischer Beratung machen", erklärt die Vorsitzende Petra Blenkers. Mitte März gebe es eine Erörterung, an der die Anwälte von Betriebsrat beziehungsweise Gewerkschaft Verdi und Arbeitgeberseite, Teile des Betriebsrats und die Geschäftsführung des Kreisverbandes teilnehmen werden. Erst danach können die Einrichtungen benachrichtigt werden, die die Awo aus finanziellen Gründen an den Kreis oder die jeweilige Kommune zurückgeben muss.

Ausgelöst wird die existenziell bedrohliche Lage dadurch, dass die vom Land gezahlten Pro-Kind-Zuschüsse längst nicht ausreichen, um den Betrieb der Kitas zu sichern, heißt es in der Pressemitteilung der Arbeiterwohlfahrt. Dazu komme die im vergangenen Jahr für Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes ausgehandelte Tariferhöhung um 4,5 Prozent, die rückwirkend von Juli 2015 an zu zahlen ist.

Das bedeutet für die Awo, die ihre Erzieher nach diesem Tarif entlohnt, 870.000 Euro zusätzlich an Personalkosten aufbringen zu müssen. Da die Awo aber als gemeinnützige Einrichtung keine größeren Rücklagen bilden darf, bringe diese Forderung den Verband in finanzielle Schieflage, teilt die Awo mit.

In Rade unterhält die Awo zwei Einrichtungen: den Lore-Agnes-Kindergarten (Bahnhofstraße) und die Lily-Braun-Kindertagesstätte (Dietrich-Bonhoeffer-Straße). Sie müssten im schlimmsten Fall an die Stadt zurückgegeben werden, weil die Bergstadt über ein eigenes Jugendamt verfügt - und dass dann neue Träger suchen müsste.

(rue)
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