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Radevormwald
Bedarf an Seniorenwohnungen wächst

Radevormwald. Der Oberbergische Kreis hat seinen neuen Wohnungsmarktbericht veröffentlicht. Der Rückgang an preisgünstigen Wohnungen liegt auch in der oberbergischen Region an den steigenden Bau- und Betriebskosten für neue Häuser. Von Henning Rasche und Wolfgang Scholl

Der Wohnungsmarkt im Oberbergischen Kreis ist durch einen erhöhten Bedarf an altersgerechten Wohnungen und Häusern gekennzeichnet. Das zeigt der entsprechende Bericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte. Dort sind auf 131 Seiten Zahlen, Daten und Fakten verschiedener Behörden und Stellen zusammengestellt, die Einwirkungen auf den Wohnungsmarkt haben. Damit zählt der Landkreis zu den wenigen in Deutschland, die so umfassend und detailliert Auskunft geben.

Als Haupthindernisse für Investitionen macht der Bericht niedrige Renditen, eine stagnierende Nachfrage, Wohnumfeldprobleme und Infrastrukturdefizite aus. In den nächsten fünf Jahren wird in fast allen Teilmärkten ein Preisanstieg von rund drei Prozent erwartet. Bei den Mieten im Nord- und Mittelkreis gehen die Experten von einer Steigerung von vier Prozent, im Südkreis von zwei Prozent aus. Rund 75 Prozent der Immobilienmakler im Oberbergischen Kreis nannten steigende Bau- und Betriebskosten und ein Rückgang an preisgünstigen Mietwohnungen als größtes Risiko für die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt.

Die Quartiersentwicklerin Karin Piesch aus Lindlar gibt in dem Bericht einen Überblick über die Probleme, die auf die alternde Bevölkerung in den Dörfern des Kreises zukommen. Im Sommer 2016 fand außerdem eine Befragung statt, wonach sich ergab, dass 57 Prozent der Bevölkerung sich im Alter ein gemeinsames Wohnungen zwischen Jung und Alt vorstellt. 56 Prozent der Befragten wollen ihr Haus umbauen, beziehungsweise teilen.

70 Prozent der Makler stuft den Stellenwert von Immobilien zur Alterssicherung als hoch ein. 45 Prozent sind hingegen der Meinung, dass die Wohnimmobilie als Renditeobjekt in Oberberg eher eine durchschnittliche Bedeutung habe. Im Kreis stehen stehen der Bevölkerung zurzeit rund 124.000 Wohnungen zur Verfügung. In einem oberbergischen Haushalt leben durchschnittlich 2,2 Personen. 74 Prozent aller Wohnungen sind vor 1987 gebaut worden. Die Leerstandsquote liegt zwischen drei und sieben Prozent, wie die Volkszählung 2011 ergeben hat.

Um neuen Wohnraum in Radevormwald zu schaffen, sind in den vergangenen Monaten zwei Bereiche in Radevormwald überplant worden. Das sind der Bereich der "Pferdewiese" in der Nordstadt III und der ehemalige Sportplatz an der Jahnstraße/Friesenstraße. Für beide Gebiete ist die Bebauungsplanänderung inzwischen rechtskräftig geworden. In dem Bereich der Friesenstraße wird es eine gemischte Struktur von Ein- bis Mehrfamilienhäusern geben. Dabei sollen auch jüngere Familien die Möglichkeit erhalten, dort einziehen zu können.

Quelle: RP
 
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