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Radevormwald
Beerdigung ist kein Tabu-Thema

Radevormwald: Beerdigung ist kein Tabu-Thema
Auf dem Friedhof der reformierten Kirchengemeinde ist eine neue Gemeinschaftsgrabanlage für 28 Erdbestattungsgräber entstanden. FOTO: moll (archiv)
Radevormwald. Claudia Krause und Rainer Flüs widmeten sich gestern Morgen im Mehrzweckraum des Bürgerhauses einem schwierigen Thema - auf Einladung des Ambulanten Ökumenischen Hospiz' und der VHS. Von Flora Treiber

Wie man sich von einem verstorbenen Menschen verabschieden kann und welche Bestattungsformen zur Auswahl stehen, stellten Claudia Krause und Rainer Flüs gestern im Mehrzweckraum des Bürgerhauses vor. Die Informationsveranstaltung "Wenn ein Mensch gestorben ist" gehörte zu einer Veranstaltungsreihe des Ambulanten Ökumenischen Hospiz Radevormwald und der Rader Abteilung der Volkshochschule unter der Leitung von Cornelia Ronge-Bartsch.

"In unserer Veranstaltungsreihe 'Den dritten Lebensabschnitt erfüllt und selbstbestimmt gestalten' greifen wir alle Themen auf, für die ein großer Informationsbedarf besteht", sagte Marina Weidner, hauptamtliche Koordinatorin des Ambulanten Hospiz. Claudia Krause vom Bestattungsinstitut Keusen stellte den Zuhörer zunächst die verschiedenen Formen der Bestattung vor. "Auf den Friedhöfen in Radevormwald gibt es Gemeinschaftsfelder für Särge und Urnen, aber natürlich auch Einzel-, Doppel- und Reihengräber", sagte Krause. Sie wies ihre Zuhörer auch darauf hin, dass Trauerfeiern und Bestattungen immer individuell und nach den Bedürfnissen des Verstobenen und der Familie gestaltet werden können. "Es ist möglich, persönliche Gegenstände mit in den Sarg zu legen, und wir kleiden die Verstorbenen auch gerne ein. Manche wollen zum Beispiel in Vereinskleidung oder ihrem Lieblingspullover beerdigt werden."

Wie eine Einäscherung im Detail abläuft und ob sich die Zurückgebliebenen das Krematorium aussuchen können, waren Fragen aus dem Publikum, die Claudia Krause in ihrem Vortrag ebenfalls beantwortete.

Rainer Flüs, Bestattungsunternehmer aus Radevormwald, widmete sich in seinem Vortrag der Bedeutung der Abschiedsnahme. "Wir verabschieden uns jeden Tag von Menschen, aber immer mit der Gewissheit, dass man sich wieder sieht. Ein endgültiger Abschied, wie der Tod, ist für den Menschen sehr schwer", sagte Flüs. Umso wichtiger sei eine bewusste Abschiedsnahme von einem verstorbenen Menschen. "Das hilft bei der Trauerbewältigung." Rainer Flüs stellte verschiedene Formen der Abschiedsnahme vor und sensibilisierte seine Zuhörer für ihr individuelles Gestaltungsrecht. "Als Bestatter versuchen wir, ihnen entgegenzukommen und ihre Wünsche umzusetzen." Die Rituale rund um eine Beerdigung haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt. "Schwarze Trauerkleidung, opulenter Blumenschmuck und anschließendes Kaffeetrinken sind kein Muss mehr. Das variiert bei jeder Beerdigung", sagte er.

Besprochen wurde bei der Infoveranstaltung auch das Thema der Bestattungsvorsorge, die Claudia Krause und Rainer Flüs als sehr wichtig empfinden. "Damit kann man den Zurückgebliebenen sehr viel Arbeit und Entscheidungskraft abnehmen. Sprechen sie in ihrer Familie offen über ihre Beerdigung. Das ist kein Tabuthema", sagte Flüs.

Quelle: RP
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