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Radevormwald
Belgischer Führerschein sorgt für mächtig viel Wirbel am Amtsgericht

Radevormwald. Für einigen Wirbel sorgte jetzt ein belgischer Führerschein vor dem Amtsgericht Wipperfürth. Die Staatsanwaltschaft hatte einen 51-jährigen Lüdenscheider wegen Urkundenfälschung angeklagt. Von Florian Sauer

Der behauptete vehement, eine Fahrerlaubnis zu besitzen. Laut Anklage war der Mann im Juli 2014 auf der Elberfelder Straße in Radevormwald in eine Polizeikontrolle geraten. Den Beamten zeigte er ein in Belgien ausgestelltes Dokument vor, das diese als Fälschung beurteilten. Die Staatsanwaltschaft vertritt die Auffassung, dass der Mann das Papier bewusst zur Täuschung eingesetzt hat.

Diese Version bestritt der Angeklagte vor Gericht energisch. Vor Jahrzehnten habe er zunächst die Führerscheinprüfung in seiner Heimat Mazedonien bestanden, Anfang der 1990er-Jahre einen bosnischen Führerschein erhalten. 1994 habe er schließlich für längere Zeit in Belgien gelebt und gearbeitet und von den dortigen Behörden einen "internationalen Führerschein" bekommen. Das bosnische Exemplar besitze er nicht mehr, es habe nach dem Zerfall Jugoslawiens ohnehin seine Gültigkeit verloren.

Nicht recht erklären konnte der Mann auf Nachfrage des Richters, warum er jüngst zweimal vom Amtsgericht Lüdenscheid wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu hohen Geldstrafen verurteilt worden war. In einem weiteren Fall hatte die Polizei bei dem Angeklagten einen eindeutig gefälschten Führerschein gefunden. Dabei habe es sich "lediglich um ein Dekorationspapier" gehandelt, wie es üblicherweise in neuen Portemonnaies stecke, betonte der Verteidiger. "Ein Dekorationspapier mit dem Foto des Angeklagten", stellte der Richter fest.

Mit Blick auf die in Lüdenscheid verhängten Strafen befand das Gericht, der Angeklagte habe ohnehin nur eine geringe zusätzliche Geldstrafe zu erwarten. Ein Rechtshilfeersuchen der belgischen Behörden stehe dazu in keinem Verhältnis. Das Verfahren wurde deshalb eingestellt.

Quelle: RP
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