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Radevormwald
Bergische Gärten werden zu blühendem Paradies

Radevormwald. Die Insekten wird es vermutlich freuen, und auch Besucher können ins Schwärmen kommen, wenn sie das große Gartengelände in der Außenortschaft Siepen besuchen. Anne Pieper arbeitet dort seit vielen Jahren. Da gibt es eine Blütenpracht, die schon beachtlich ist und von viel Fachkenntnis zeugt. Bienen, Hummeln, selbst Blindschleichen scheinen die ländlich gelegene Adresse zu lieben. Jetzt öffnet Anne Pieper nach einer mehrjährigen Pause wieder ihre Gartenpforte für die Öffentlichkeit.

"Ich musste einfach mal aus beruflichen Gründen pausieren. Viel Zeit für Gartenarbeit war nicht und ich mochte ihn in diesem Zustand auch niemand zeigen", erzählt sie. Doch jetzt konnte sie sich wieder zeitliche Freiräume schaffen, um dem Unkraut "an den Kragen" zu gehen und auch Sträucher stutzen und Wiesenflächen pflegen zu können.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Zwar war der Samstag eher ruhig, denn Gartenspaziergänge sind bei Regen nicht so begehrt. "Es kamen nur wenige Gartenfreunde, was auch verständlich ist", sagte Kathy Hentzschel, die sich an beiden Tagen mit fachlichem Rat einbrachte. "Mit Kathy Hentzschel organisiere ich zweimal im Jahr die Pflanzentauschbörse. Auch jetzt schon sammle ich fleißig Samen für die nächste Veranstaltung Anfang Oktober", sagt die Gastgeberin.

Am Sonntag konnte sie, teils bei Sonnenschein, ihr Domizil häufiger erklären. Ständig wurde sie nach Pflanzen befragt oder auch aufgefordert, ihr blühendes Paradies zu präsentieren. "Ich bin nicht der Typ Rasenkantenschneider. Bei mir darf alles bunt wachsen", sagt die Diplomdesignerin und Gartengestalterin. Sie freue sich sehr, wenn alles in Blüte steht und damit vielen Insekten einen Lebensraum bietet. "Hier stehen heimische wie auch exotische Pflanzen. Die sind alle richtig robust. Das müssen sie auch hier im Bergischen sein", weiß die Expertin. Als Beispiel zeigt sie blühende Rosenzweige, die im höher gelegenen Teil ihres Gartens wachsen. Die gleiche Rosensorte, vom selben Ableger und zur gleichen Zeit gesetzt, ist weiter unten am Bachlauf erst auf dem Stand des April. Ein Grund: Unten ist die Feuchtigkeit höher. Pieper zeigt ihre winterharten Dahlien und ihren "Feind", den Giersch. "Ich kann mich mit ihm nicht anfreunden. Einmal im Beet, verschwindet er nicht so leicht. Überall sind seine Wurzeln", sagt die Gärtnerin. Die jungen Blätter verarbeitet sie zu Salat, doch bei dem unermüdlichen Wuchs sei der Bedarf schnell gedeckt.

Auch die Gartenanlage bietet viele Reize. Romantische Ecken wechseln sich mit malerischen Natursteinwegen und Treppenaufgängen ab. Mal ist ein Pflanzenbeet rund gehalten, ein anderes erstreckt sich als langer Korridor. Da wird selbst die Rabatte mit den vielen bunten Glasflaschen, gestülpt auf lange Metallrohre, zum Hingucker. "Mit den Flaschen habe ich lange Zeit die Wühlmäuse vertrieben. Doch inzwischen kennen sie wohl die Melodie des Windes, die mit den Flaschen erzeugt wird, die Mäuse sind zurückgekommen", erzählt Anne Pieper und lacht. Darüber sei sie nicht verbittert, so sei eben die Natur.

Am Wochenende konnten die Besucher auch die Werkstatt der Gartenbesitzerin besuchen. In ihr zeigt sie Schmuckstücke, Malarbeiten und auch Foto-Postkarten mit Landschaften aus Radevormwald. Töpferarbeiten wie Reiben für Ingwerknollen oder auch die Ohrwurmhäuschen aus Keramik überraschten die Gäste in einem Eckchen des Gartens. Marion Drensek hatte hier ihr Handwerk aus den Feldern der Gartenkeramik ausgestellt. Im Nutzgarten gibt es Bohnen, Lauchzwiebel und Salatköpfe. Weitere Termine: 23. und 24. Juli, 3. und 4. September.

(sig)
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