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Radevormwald
Bernd-Eric Hoffmann - der Zuverlässige

Radevormwald: Bernd-Eric Hoffmann - der Zuverlässige
Zeit und Muße findet Bernd-Eric Hoffmann zurzeit höchstens mal sonntags. Der Wahlkampf ist heiß, der Terminkalender voll. Aber unter Spannung zu arbeiten, das ist Hoffmann gewohnt. FOTO: nico hertgen
Radevormwald. Der 55-Jährige, der von UWG und Grünen unterstützt wird, geht am 13. September ins Rennen ums Rathaus. "Gemeinsam in Rade", heißt der Slogan des Mannes in Hemd und Jeans, der Politik nicht hemdsärmelig angeht. Ein Hausbesuch. Von Jan Dobrick

Er steht das erste Mal so richtig im Fokus der Öffentlichkeit. Ungewohnt ist das für ihn, lästig nicht: Bernd-Eric Hoffmann, 55, zwei Kinder (23, 20), zielstrebig, zuverlässig, gnadenlos ehrlich, setzt sich an den massiven Esszimmertisch, schenkt zwei Tassen Kaffee ein und betont: "Es gibt keine dummen Fragen." Von Hoffmann bekommt man auf alles eine Antwort, egal wann, egal wo. Gut zu wissen. "Ich habe für die Bürger auch ein offenes Ohr, wenn ich im Supermarkt stehe und einkaufe. Das gehört einfach dazu." Nur wenn er bei seiner Familie ist, am Esstisch sitzt, macht er in der Regel keine Politik. Gerade sitzt er an dem hölzernen Esstisch, aber er soll ja auch nur über Politik reden. Außerdem bestätigen Ausnahmen die Regel.

Am 13. September geht der Radevormwalder, unterstützt von UWG und Bündnis 90/Die Grünen, in das Rennen ums Rathaus. Hoffmann ist weder geschwitzt noch außer Atem, aber eigentlich hat das Rennen längst begonnen. "Der Wahlkampf ist heiß, der Terminkalender voll", sagt der Mann in Hemd und Jeans, der Politik nicht hemdsärmelig angeht: "Sie ist mehr als ein Hobby, sie ist Profession", betont Hoffmann, seit 2007 in der UWG, seit 2009 im Stadtrat und seit 2011 Fraktionsvorsitzender. Anlass war der "schiefgegangene, weil viel zu teure" Umbau des maroden "aqua fun" ins "life-ness": "Ich wollte hinter die Kulissen der Kommunalpolitik blicken." Bei einem kurzen, scheuen Blick ist es dabei nicht geblieben.

"Gemeinsam in Rade", heißt der Slogan auf seinem Wahlplakat. "Ich möchte versuchen, mit Bürgern, Politikern und Verwaltung für Radevormwald einen Plan zu entwickeln", sagt der 55-Jährige. "Die Menschen, die sich auf die Stadt verlassen, müssen genau wissen, wo es mit Rade in Zukunft hingeht. Nur dann können sie auch mitziehen." Auf Hoffmanns Agenda steht die Erschließung neuer Wohngebiete und eine modernere, effektivere, transparentere Verwaltung. Hoffmann ist eingefleischter Radevormwalder: hier geboren, aufgewachsen, tief verwurzelt. "Ich habe nie woanders gelebt", sagt er. Hoffmann ging auf die Hauptschule, biss sich auf dem zweiten Bildungsweg durch. Er machte eine Lehre zum Starkstromelektriker ("Ich kann unter Spannung arbeiten"), studierte Technische Informatik an der Fachhochschule Köln, pendelte zur Gummersbacher Zweigstelle. Jetzt arbeitet er als Projektleiter des IT-Dienstleisters der Ergo-Versichungsgruppe in Düsseldorf. Teambuilding spielt eine große Rolle. "In der Verwaltung ist das nicht anders."

Aber weg von der Politik, hin zum Privaten. Immerhin sitzt Hoffmann am Esstisch. Warme Erdtöne dominieren die gemütliche Wohnung, in der Hoffmann zusammen mit Partnerin Sabine lebt. Zwei Lebkuchenherzen hängen am Türrahmen. Was ist denn ihr Lieblingsplatz im Haus? Es gibt ja schließlich keine dummen Fragen. Draußen regnet es in Strömen, Hoffmann schaut sehnsüchtig aus dem Fenster. "Wir sind - so oft es eben geht - im Garten", sagt der technikbegeisterte Hobby-Handwerker mit den zwei rechten Händen, der sich über Weintrauben und Rosen in seiner grünen Oase freut, aus der er Kraft schöpft.

Manchmal holt er auch das Mountainbike raus, deutlich seltener das Motorrad, das längst TÜV-fällig ist. "Dafür hatte ich zuletzt leider wirklich keine Zeit mehr."

Quelle: RP
 
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