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Radevormwald
Bestatter ist ein krisensicherer Beruf

Radevormwald: Bestatter ist ein krisensicherer Beruf
Matthias vom Sommerfeld wird Bestattungsfachkraft und lernt bei Flüs an der Hohenfuhrstraße. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. Matthias von Sommerfeld lernt den Beruf im Bestattungsinstitut von Rainer Flüs an der Hohenfuhrstraße. Die Berufsschule liegt für ihn am Berufskolleg Bergisch Land in der Nachbarstadt Wermelskirchen. Von Flora Treiber

Dass Matthias von Sommerfeld Bestatter werden will, stand schon vor Jahren fest. "In der achten Klasse habe ich ein Schülerpraktikum in einem Bestattungsunternehmen gemacht. Das hat mir sehr gut gefallen und mich bis heute in meiner Ausbildungswahl bestätigt", sagt der 20-Jährige.

Vor einem Jahr hat er seine Lehre zur Bestattungsfachkraft im Institut von Rainer Flüs begonnen und seitdem jeden Ausbildungstag genossen. "Ich mache alle Aufgaben gerne und habe keine Berührungsängste", sagt er. Im ersten Lehrjahr hat er bereits das Vertrauen seiner Ausbilder gewonnen und sich stark weiterentwickelt. "Matthias ist emotional gefestigt und fachlich viel weiter, als es im ersten Lehrjahr nötig ist", sagt Rainer Flüs. Für den Azubi war seine Ausbildungswahl naheliegend und nichts Außergewöhnliches. "Die Ausbildung ist vielseitig und fordert mich. Meine Familie steht hinter mir und ist froh, dass ich einen Beruf erlerne, der mir liegt."

Das Umfeld von Matthias von Sommerfeld hat teilweise erstaunt, aber durchgehend positiv auf seine Ausbildung reagiert. "Natürlich ist das kein Beruf für jeden, weil der Umgang mit Verstorbenen manchen Menschen schwerfällt. Ich habe damit kein Problem", sagt er. Die drei Ausbildungsjahre umfassen zahlreiche Themenbereiche. Neben der Versorgung des Verstorbenen gehören auch Grabmachertechnik, Friedhofsdekoration, eine handwerkliche Schulung und Büroarbeiten wie das Erstellen von Trauerdruck-Unterlagen dazu. "Wir müssen uns auch mit Riten und verschiedenen Religionen und Musik auskennen und gefestigte Umgangsformen haben. Das Berufsbild des Bestatters ist abwechslungsreich", sagt Rainer Flüs.

Ein großer Teil der Ausbildung, der im dritten Lehrjahr abgedeckt wird, ist die Trauerpsychologie, die für einen sicheren Umgang mit den Hinterbliebenen sorgt. Die Gespräche und Beratungen von Angehörigen fallen Matthias von Sommerfeld manchmal schwer. "Es ist nicht immer leicht, die richtigen Worte zu finden. Man muss empathisch sein, darf die Gefühle aber trotzdem nicht zu nah an sich heranlassen. Je nach Todesfall und den Umständen nimmt einen der Beruf schon ab und zu mit", bekennt er.

Neben der Ausbildung im Betrieb gehört auch der Unterricht in der Berufsschule zum Alltag. "Matthias besucht das Berufskolleg Wermelskirchen. In Deutschland gibt es nur drei Berufsschulen für Fachkräfte. Manche Teilbereiche wie die Grabmachertechnik werden in einer überbetrieblichen Ausbildung gelehrt", sagt Ausbilder Flüs.

Er sucht seine Azubis mit großer Sorgfalt aus und achtet in erster Linie auf die Persönlichkeit. "Fähigkeiten wie eine sichere Rechtschreibung sind eine Voraussetzung, genau so wie ein Führerschein. Wichtig ist, dass unsere Azubis auf Menschen zugehen können", sagt er. Die Ausbildung kann erst ab dem 18. Lebensjahr begonnen werden, damit sie alle Anforderungen erfüllen.

Matthias von Sommerfeld hat seine Ausbildung mit 19 angefangen und zwischen seinem Realschulabschluss in Leverkusen und dem Ausbildungsbeginn ein soziales Jahr in einem Kindergarten absolviert. "Das war eine tolle Erfahrung und eine gute Qualifikation für meine Bewerbung." Nach seiner Ausbildung möchte der 20-Jährige seinen Meister machen.

Quelle: RP
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