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Radevormwald
Betrüger geben sich als Polizisten aus

Radevormwald. In dieser Woche haben auch mehrere Hückeswagener Anrufe von vermeintlichen Polizisten bekommen, die sich unter der Rufnummer 02192 110 meldeten. Dabei handelte es sich um Betrüger. Die Polizei rät, aufzulegen und sich dann bei ihr zu melden. Von Stephan Büllesbach

Mit Elke Oeske hatte sich die Frau am anderen Ende der Leitung die falsche Ansprechpartnerin ausgesucht. Bei ihren betrügerischen Anrufen hoffen diese Menschen, auf Senioren zu treffen, die leichtgläubig und ängstlich sind. Die 68-jährige Hückeswagenerin hingegen ist schlagfertig, clever und lässt sich nichts gefallen.

Am Montag hatte eine Frau bei ihr angerufen und sich als Polizistin vorgestellt. "Sie hat erzählt, dass angeblich bei uns am Buschweg eingebrochen worden sein soll, aber zwei der Täter noch flüchtig seien. Ich soll daher vorsichtshalber alle Fenster schließen", erzählte Elke Oeske im Gespräch mit unserer Redaktion. Leider sei sie dann zu schnell gewesen. Statt zu warten, was noch kommt - "wahrscheinlich hätte sie mir geraten, Wertgegenstände bei einem Polizisten in Sicherheit zu bringen" -, habe sie der Anruferin gesagt, "dass ich ihr kein Wort glaube". Danach hatte die Frau sofort aufgelegt.

Elke Oeske wusste Bescheid: "Die Polizei sagt doch immer, dass sie nie jemanden unter der 110 anruft." Zudem hatten sie und ihr Mann vor eineinhalb Jahren schon einmal Kontakt mit einer Betrügerin, die den Enkeltrick anzuwenden versuchte - auch damals war sie bei der Hückeswagenerin an die falsche Adresse geraten. Die Frau hatte sich als Nichte ausgegeben, die für ihren Hausbau 30.000 Euro geliehen bekommen haben wollte. Aber Elke Oeske hatte den Trick auch damals schnell durchschaut und Anzeige bei der Polizei erstatte. Die Masche der Anrufe angeblicher Polizisten ist bundesweit verbreitet und hat den Oberbergischen Kreis erreicht, wie Polizei-Sprecherin Monika Treutler bestätigte. So wurden der Polizei am Montag vier ähnliche Fälle aus Wipperfürth und Lindlar gemeldet. "Glücklicherweise fallen die meisten Angerufenen nicht auf die Masche rein und legen sofort auf", erklärte Treutler. "Aber es gibt auch die Fälle, in denen es tatsächlich zur Geldübergabe an die Betrüger kommt."

Die Vorgehensweise der Betrüger ist fast immer identisch: Sie rufen ihre Opfer an und geben vor, von Polizei, Bundeskriminalamt oder Staatsanwaltschaft zu sein. "Durch technische Manipulation werden den Angerufenen auch Telefonnummern von Behörden angezeigt - häufig auch die Notrufnummer 110 mit der zugehörigen Ortsvorwahl", berichtet die Polizei-Sprecherin.

Den Angerufenen wird dann etwa vorgespielt, dass sie auf einer Liste von Einbrechern stehen und ein Einbruch kurz bevorstehe. "Zum Schutz vor finanziellen Schäden schlagen die dreisten Betrüger vor, Geld und Wertgegenstände zur Sicherheit in Verwahrung zu nehmen", sagte Treutler. "Gehen die Opfer darauf ein, ist der Betrüger am Ziel." Wer einen solchen Anruf erhält, sollte sich vielmehr den Namen des Anrufers nennen lassen, dann auflegen und die richtige Polizei über den Notruf 110 anrufen. "Nutzen Sie nicht die Wahlwiederholung", betonte Treutler. Unbekannten sollten zudem keine Auskünfte über die Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten gegeben sowie nicht die Tür geöffnet werden.

Quelle: RP
 
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