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Radevormwald
Betrunkener Autofahrer soll geblendet worden sein

Radevormwald. Nach den Aussagen des Angeklagten und des Zeugen war allem Anschein nach die Sache klar: Ein 50-jähriger Geschäftsmann aus Radevormwald war im November alkoholisiert mit seinem Fahrzeug auf eine Reihe wartender Autos aufgefahren und hatte dabei einen Fremdschaden von 7000 Euro verursacht. Von Heike Karsten

Er selbst habe durch den Aufprall Schmerzen in der Halswirbelsäule sowie Schnittverletzung durch Glassplitter erlitten. Die Alkoholfahrt gab der Angeklagte bei der Strafverhandlung am Wipperfürther Amtsgericht denn auch sofort zu. "Ich habe vier Jägermeister mit Red Bull getrunken", sagte der 50-Jährige aus. Kurz nach 23 Uhr sei er von der Kneipe in der Innenstadt nach Hause gefahren und habe auf der Kaiserstraße den Auffahrunfall verursacht.

Der Polizist, der den Unfall aufgenommen hatte, bestätigte die Alkoholisierung. "Er hatte eine verwaschene Aussprache und gerötete Bindehäute. Wir haben den Führerschein noch am Unfallort sichergestellt und ihn zur Blutprobe in die Wipperfürther Helios-Klinik begleitet", sagte der Beamte aus.

Dem Staatsanwalt hätten diese Aussagen bereits für ein Urteil gereicht. Doch der Verteidiger hatte sich eine eigene Strategie überlegt. Er hielt es für höchst wahrscheinlich, dass nur ein unerwartetes Ereignis zu dem Unfall geführt haben konnte. "Da mein Mandant die Strecke täglich fährt, kennt er alle Tücken und könnte die Straße auch im Schlaf fahren. Er muss durch ein helles Licht geblendet worden sein und hat das Lenkrad dadurch verrissen", lautete seine Begründung. Der Anwalt ging dabei von einem Laser-Pointer oder einer hellen LED-Fahrradlampe aus.

Diese Vermutung bestätigte der Radevormwalder Geschäftsmann dann auch: "Es war auf einmal hell. Meine nächste Erinnerung ist der Aufschlag", schloss er sich den Ausführungen seines Verteidigers an. Der Richter befragte daraufhin auch den Polizeibeamten, ob der Angeklagte den Unfall durch eine Blendung erklärt hätte. An eine solche Aussage konnte sich der Polizeibeamte jedoch nicht erinnern.

Ein Urteil wollte der Richter dennoch nicht fällen. Um einer Revision und einer erneuten Verhandlung in zweiter Instanz vorzubeugen, vertagte er das Verfahren.

Zur nächsten Verhandlung sollen nun weitere Zeugen, darunter der zweite beteiligte Polizeibeamte, der Arzt aus dem Krankenhaus, wie auch eine weitere Zeugin vernommen werden, um die Beweislücken zu schließen.

Quelle: RP
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