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Dietmar Persian
"Bever ist für Biker weiterhin attraktiv"

Dietmar Persian: "Bever ist für Biker weiterhin attraktiv"
Ein Foto aus der vorigen Saison: Ein Biker biegt am Beverdamm auf die K 5 ab. Doch auch an den ersten warmen Tagen dieses Jahres waren wieder viele Motorradfahrer zu sehen. Und das, obwohl es am ehemaligen Bikertreff keine Verkaufsbuden mehr gibt. FOTO: Stephan Büllesbach / Nico Hertgen
Radevormwald. Auch wenn es keine Genehmigung mehr für die Verkaufsbuden am Beverdamm gibt, kommen doch immer noch Biker nach Hückeswagen und an die Bever. Über das Thema sprach die BM mit dem Hückeswagener Bürgermeister Dietmar Persian.

Am Beverdamm gibt's keine Verkaufsbuden mehr. Haben Sie Erkenntnisse darüber, ob das an den schönen Wochenenden schon Auswirkungen auf die Anzahl der Motorradfahrer gehabt hat?

Persian Nein, da wird man die nächsten Wochen abwarten müssen. Sicher werden am Beverdamm nicht mehr so viele Biker stehen, aber ich sehe bei schönem Wetter nach wie vor sehr viele Motorradfahrer, die auf unseren Straßen unterwegs sind.

Sie haben im vorigen Jahr noch gesagt, dass die Verkaufsbuden ein Wirtschaftsfaktor für Hückeswagen sind und Sie nichts dagegen hätten, würden Sie dort weiter stehen. Zuletzt haben Sie jedoch klar gemacht, dass Sie einer Änderung des Flächennutzungsplans für die Ansiedelung neuer Buden nicht zustimmen werden. Warum dieser Meinungsumschwung?

Persian Im Flächennutzungsplan haben wir den Freizeitschwerpunkt an der Bever eindeutig auf die Westseite gelegt. Dort haben wir ein großes Angebot etwa an Liegeflächen, Gastronomie und Parkplätzen. Auf der Ostseite an der K 5 ist es schon aus topografischen und Naturschutz-Gründen nicht möglich, Ähnliches anzubieten. Auch der Regionalplan verbietet es, hier einen neuen Schwerpunkt zu bilden. Darum scheidet die Änderung des Flächennutzungsplanes aus. Unabhängig davon halte ich persönlich Verkaufsbuden auf Verkehrsnebenflächen nach wie vor für unproblematisch. Das sehe ich auch weiter so: In beschränktem Rahmen, sowohl zeitlich als auch vom Umfang her, dürften auch in Zukunft Verkaufswagen auf Verkehrsnebenflächen zulässig sein. Das ist dann im Rahmen eines Baugenehmigungsverfahrens durch die Bauaufsicht zu prüfen. Eine Flächennutzungsplanänderung ist hierfür meines Wissens nicht zwingend erforderlich. Wäre sie es, gäbe es halt keine Verkaufsbuden.

Sieht eine Möglichkeit für Verkaufsbuden am Beverdamm: der Hückeswagener Bürgermeister Dietmar Persian. FOTO: Hertgen Nico

Also gäbe es doch noch eine Möglichkeit für Buden am Beverdamm?

Persian Zumindest will ich das für die Zukunft nicht kategorisch ausschließen. Im Moment stellt sich aber die Frage nicht, weil wir gemeinsam mit dem Kreis die weitere Entwicklung beobachten wollen.

Sie haben zu Beginn der Diskussion um den Motorradlärm viel Kritik seitens der Anwohner bekommen. Vor allem, als Sie ein Fortbestehen der Buden befürwortet hatten. Ist Ihre Meinungsänderung ein Einknicken vor den Bürgern?

Persian Mir ist es wichtig, alle Seiten zu hören. Die Anwohner an den überörtlichen Straßen, die zu Recht genervt sind vom zunehmenden Lärm, aber genauso die Motorradfahrer, die gerne ins Bergische Land kommen und unsere schöne Landschaft genießen. Wir freuen uns immer über Gäste, egal mit welchem Fahrzeug sie kommen.

In den sozialen Netzwerken machen viele Biker ihrem Unmut Luft über die Entwicklung am Beverdamm. Viele werfen dem Kreis vor, der Umbau der K 5 sei nur deshalb in Angriff genommen worden, um die Verkaufsbuden loszuwerden. Sie als Bürgermeister stehen im ständigen Kontakt mit der Kreisverwaltung: Sind diese Vorwürfe für Sie nachvollziehbar?

Persian Nein. Der Kreis musste handeln, um die Verkehrssicherheit hier zu erhöhen. Zudem ist der Umbau seit vielen Jahren geplant; er wird nur in einem Teilbereich vorgezogen. Es ist gut, dass jetzt umgebaut wird.

Glauben Sie auch, wie viele Anwohner, dass es mittel- bis langfristig weniger Biker zur Bever ziehen wird, wenn es am Damm nichts mehr zu essen und zu trinken gibt?

Persian Nein, das glaube ich nicht. Die Bever und ihr Umland sind so schön, dass sie auch in Zukunft eine große Anziehungskraft auf Motorradfahrer ausüben.

Aber der Lärm mancher Maschinen ist schon eine Qual, oder?

Persian Der Motorradlärm ist in der Tat an manchen Tagen störend. Hier sind in erster Linie Gesetzgeber und Hersteller gefragt, alles dafür zu tun, um die Maschinen leiser zu machen. Natürlich wirkt sich auch der zunehmende Motorradverkehr aus - es fahren einfach viel mehr Leute auf ihren Motorrädern. Und ganz besonders bei uns. Daran werden aus meiner Sicht zwei Buden mehr oder weniger an der Bever nichts ändern.

Stadt und Kreis haben bereits angekündigt, in dieser Saison ein besonderes Augenmerk auf die Biker zu legen und verstärkt in Hückeswagen zu kontrollieren. Was kann, was wird die Stadt Hückeswagen tun, um ihre Einwohner an den betroffenen Bundes-, Land- und Kreisstraßen vor lärmenden Maschinen zu schützen?

Persian Wir sind mit Kreis, Straßenverkehrsamt, Polizei und den Nachbarkommunen dabei, das Thema grundsätzlich anzugehen. Zunächst werden wir in den nächsten Wochen gemeinsam Verkehrszählungen durchführen, um verlässliche Zahlen zu haben. Danach werden wir uns zusammensetzen und überlegen und entscheiden, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, wie etwa Geschwindigkeitsbegrenzungen in bestimmten Bereichen. Die Polizei wird verstärkt Kontrollen durchführen, was ich sehr begrüße.

In anderen Kommunen, wie etwa in Lindlar (K 19), hat es Streckensperrungen für Motorräder gegeben. Wäre das für die Schloss-Stadt eine Option?

Persian Die Streckensperrung in Lindlar ist erfolgt, weil es dort schwere Verkehrsunfälle mit Toten aufgrund überhöhter Geschwindigkeit und waghalsigen Überholmanövern gegeben hat. Eine Streckensperrung ist immer die letzte Möglichkeit; das sehe ich für Hückeswagen nicht als notwendig an.

STEPHAN BÜLLESBACH FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
 
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