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Radevormwald
Bildungshäuser sind in der Planung

Radevormwald: Bildungshäuser sind in der Planung
Der Spielplatz zwischen der Kita und den Räumen der GGS Stadt wird auch von Besuchern des Jugendtreffs "life" genutzt. FOTO: Wolfgang Scholl
Radevormwald. Die Rader Kita- und Schullandschaft könnte sich in den kommenden Jahren verändern. Bildungshäuser sollen Kindern den Übergang von der Kita in die Schule erleichtern. Dafür soll es eine noch engere Zusammenarbeit geben. Von Flora Treiber

In Rade gibt es vier Grundschulstandorte, an denen zum neuen Schuljahr acht neue Klassen entstehen werden. In Zukunft soll Kindern der Übergang zwischen Kindertagesstätte und Schulstart leichter gemacht werden. "Erfahrungen zeigen, dass dieser Übergang vielen Kindern schwerfällt und sie mit der Umstellung überfordert sind. Wir versuchen, die Situation mit Bildungshäusern zu lösen", berichtete Schulamtsleiter Jürgen Funke im Schulausschuss Anfang der Woche. Sein Bericht über die Entwicklung von Bildungshäusern gab einen Überblick über mögliche Veränderungen.

Geplant ist, dass Kindergärten direkt an die Grundschulstandorte angekoppelt werden, um mehr Schnittstellen zwischen den Einrichtungen zu schaffen. Entweder direkt in einem Gebäude mit vielen inhaltlichen Überschneidungen und Kooperationen oder im nahen, nachbarschaftlichen Anschluss.

Ganz konkret ist dieses Konzept bereits am Standort der Grundschule Stadt (GGS) in Planung. Im Untergeschoss der Schule sollen in wenigen Wochen drei neue Gruppen des Familienzentrums Kottenstraße einziehen. "Die Lehrer der Grundschule haben den Erziehern einen Kooperationsausschuss gegründet. Zusammen entwickeln sie Ideen, wie Kleinkinder und Schüler voneinander lernen und profitieren können", sagt Funke. Wann die Kitaräume eröffnet werden, steht indes nach mehrfachem Verschieben des Eröffnungstermins noch nicht fest.

Dem Schulamtsleiter schweben Konzepte wie Lesepartnerschaften, gemeinsame Mittagspausen und eine enge Verzahnung der sozialen Einrichtungen vor. Das Ziel von gemeinsamem Spielen und Lernen verfolgt auch Sozialpädagoge und Schulentwickler Heinz Gniostko, der von der Stadt beauftragt wurde, die Schullandschaft weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu machen. Sein erstes großes Projekt in Radevormwald war der Aufbau der Sekundarschule, jetzt widmet er sich den Bildungshäusern.

Gniostko wird im nächsten Schulausschuss Mitte April von seinen Ergebnissen berichten und seine Empfehlungen für die Umsetzung von Bildungshäusern in Radevormwald aussprechen. Möglich ist sogar der Neubau eines Bildungshauses.

Bis Ende Februar haben die Leitungen der Schulen und Kindertagesstätten Zeit, ihre Ideen und Planungen Heinz Gniostko mitzuteilen. "Die Planung wird sich natürlich an den Bedarf der Stadt orientieren. Es geht um räumliche, aber auch um personelle Fragen", sagt Funke.

Die Mitglieder des Schulausschusses ließen den Sachstandbericht zur Gründung von Bildungshäusern am Dienstag größtenteils unkommentiert, stellten aber die Umsetzung des Konzepts infrage. Den Neubau von Bildungshäusern oder den Umzug von gesamten Kindertagesstätten in die nähere Umgebung von Grundschulen halten die kommunalen Politiker für schwierig. Gelebt wird die Zusammenarbeit von Grundschule und Kindergarten bereits am Grundschulstandort Brede. Dort teilen sich Grundschüler und Kita-Kinder einen Schulhof und arbeiten immer wieder an gemeinsamen Projekten. Das funktioniert gut. Dort war das Zusammenleben von Kita und Grundschule allerdings auch ein organischer Prozess, der sich über viele Jahre entwickelt hat.

Quelle: RP
 
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