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Radevormwald
Böser Löwe erlernt das Briefeschreiben

Radevormwald: Böser Löwe erlernt das Briefeschreiben
Da hat der Löwe gut lachen: Seine angebetete Löwin bringt ihm das Schreiben bei: 700 Grundschüler sahen die lehrreiche Geschichte. FOTO: veranstalter
Radevormwald. Etwa 700 Mädchen und Jungen aller Radevormwalder Grundschulen erleben bei zwei Aufführungen im Bürgerhaus die Geschichte eines gefährlichen Tieres, das weder lesen noch schreiben kann. Von Marion Gerdel

Lesen und schreiben zu können - das gehört zu den wichtigsten Dingen, die Kinder in ihren ersten Schuljahren lernen. Aber nicht allen macht das wirklich Spaß. Dass sie damit nicht allein dastehen, erlebten sie gestern Morgen im Bürgerhaus.

In dem Theaterstück "Der Löwe der nicht schreiben konnte" trifft der große, stolze Löwe auf eine wunderschöne Löwin, in die er sich umgehend verliebt. Allerdings sieht er mit Schrecken, dass sie in einem Buch liest, denn das zeigt dem Löwen, dass er sie nicht einfach so ansprechen kann. Er muss ihr einen Brief schreiben, um sie kennenzulernen. Dumm nur, dass der Löwe nicht schreiben kann. Er kann nur brüllen und Angst und Schrecken verbreiten - und das imponiert seiner Herzensdame überhaupt nicht. So kommt es, dass er gezwungen ist, andere Tiere um Hilfe zu bitten. Allerdings schreiben diese nie das, was der Löwe will.

Riesenspaß hatten die Kinder dabei vor allem an den tollen Kostümen der Darsteller: am Nilpferd im Badeanzug und Duschbürste, das sich beim Schreiben des Briefes auf den Löwen setzte, an der Giraffe, die ihre Größe mit Hilfe einer angemalten Stehleiter erreicht, oder am Geier, der mit Fliegerkappe und rotem Schal auf einem Ast saß - für jedes Tier fanden die Schauspieler Kostüme, die die Kinder begeisterten. Dass alle Tiere ihre Briefschreibversuche mit Gesang begleiteten, lockerte das knapp einstündige Stück nochmals auf. Zum Schluss wurde der Löwe erlöst. Während er noch durch die Savanne brüllte, wie gern er ihr schreiben würde, fragte sie ihn ganz einfach, warum er das denn nicht tut. Ihm blieb nur die verschämte Antwort, dass er das nun mal nicht könne. Die Löwin lachte ihn deshalb aber nicht aus, sondern forderte ihn auf, ihr zu folgen.

Damit endete das Stück und ließ die Frage offen, ob der Löwe denn nun endlich selber lesen und schreiben lernen würde. Die Antwort darauf kannten Sam (8), Lina (7) und Leni (7) aus der 2b der Lindenbaumschule bereits aus dem Unterricht. Mit ihrer Lehrerin Nicole Walter Nicole hatten sie das Buch bereits im Unterricht gelesen. "Das mache ich immer als Vorbereitung, dann können die Kinder dem Theaterstück einfach besser folgen", sagte sie. So konnten sie sich auf die lebendige Aufführung konzentrieren und hatten vor allem mit der Darstellung des Nilpferdes und der Affen den meisten Spaß. Gut finden die drei aber auf jeden Fall, dass die Löwin dem Löwen das Lesen beibringen wird. "Das ist doch ganz wichtig!", sagten Sam, Lina und Leni. Auch Jakob (9), Pia (8) und Bastian (9) von der GGS Wupper fanden das Stück cool und witzig, hatten aber wenig Verständnis für den Löwen. "Er war einfach zu faul, schreiben zu lernen", sagten sie. Dabei brauche man das doch andauernd. "Schließlich muss man ja auch im Restaurant die Karte lesen können", sagte Pia.

Bastian denkt da eher an gefährliche Situationen. "Wenn irgendwo 'Betreten verboten' steht und ich geh' trotzdem hin, kann ich ja vielleicht einen Stromschlag bekommen", fürchtete er.

Er wunderte sich aber auch darüber, warum der Löwe nicht von Anfang an zugegeben hat, dass er nicht schreiben kann. "Er hätte doch einfach mit der Löwin reden können", sagte er pragmatisch.

Quelle: RP
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