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Radevormwald
Braucht Radevormwald mehr Tempo 30?

Radevormwald: Braucht Radevormwald mehr Tempo 30?
Tempo 30 Zone in der Nordstadt - mit Jahnstraße und Carl-Diem-Straße. FOTO: hans dörner (archiv)
Radevormwald. Künftig soll es Kommunen leichter gemacht werden, Geschwindigkeitsbeschränkungen einzurichten. Von Joachim Rüttgen

Wenn es nach dem Willen des Bundesverkehrsministers geht, dann soll es künftig in Städten vor allem vor Schulen, Kindergärten und Kliniken häufiger als bislang Tempo 30 geben. Die rechtlichen Hürden waren bislang hoch, ein aktueller Entwurf für Änderungen der Straßenverkehrsordnung sieht das aber vor. Die Bundesregierung will Limits auf Hauptverkehrsstraßen in sensiblen Bereichen mit besonders schützenswerten Verkehrsteilnehmern erleichtern. Bislang musste nachgewiesen werden, dass es sich um einen Unfallschwerpunkt handelt.

Nun sollen Kommunen und Straßenverkehrsbehörden vor Ort prüfen dürfen, wann Tempo 30 sinnvoll und möglich ist. In Rade scheint es keinen großen Bedarf an weiteren Zonen mit Tempo 30 zu geben. "Wir sind gut aufgestellt, vor allem vor Schulen und Kindergärten", sagt Jochen Knorz vom Fachbereich Soziales und Ordnung. Es gebe zwar immer mal wieder Anfragen von besorgten Bürgern für einzelne Bereiche, aber aktuell gebe es keinen akuten Handlungsbedarf.

"Wir wollen jetzt auch erstmal abwarten, in welcher Form die Pläne des Ministeriums umgesetzt werden und welche Möglichkeiten sie uns wirklich bieten", sagt Knorz. Es sei von den Regularien abhängig, wie die Kommune künftig reagieren könne und dürfe. Bei der Entscheidung für ein Tempolimit müsse immer auch die tatsächliche Verkehrsbelastung betrachtet werden. Vor Schulen sei das deshalb in Rade kein Thema, auch das Krankenhaus an der Siepenstraße sei durch die Parksituation und den Ausbau der Straße zum einen nicht stark belastet und zum anderen gebe die Topographie der Straße keine Chance, schneller als Tempo 30 zu fahren.

Immer mal wieder in der Diskussion ist nach Angaben von Knorz die Ülfestraße. Hier seien das Verkehrsaufkommen und der Verkehrsfluss mehrfach getestet worden - "und nach den heute geltenden Regularien gibt es da keine Chance auf Tempo 30. Höchstens auf Höhe des Seniorenwohnzentrums käme ein Tempolimit in Frage", sagt Knorz.

Die Entscheidung obliegt auch künftig der Straßenverkehrsbehörde des Kreises. Die Hürde, es von Seiten der Stadt beim Kreis durchzusetzen, wird sehr wahrscheinlich niedriger. Für Knorz ist wichtig, dass auch in Zukunft Tempo-30-Zonen umsetzbar sein müssen. Nur eine reine Beschilderung ohne bauliche Veränderungen (Blumenkübel, Verschwenkung) mache keinen Sinn. Da die Stadt für die Ülfestraße aber Straßenbaulastträger ist, könnte die Kommune in Eigenregie in Kooperation mit der Polizei über eine Tempobeschränkung entscheiden. Knorz: "Die Sicherheit und die Leichtigkeit des Verkehrs spielen eine wichtige Rolle", sagt er.

Die BM-Redaktion möchte von Ihren Lesern wissen: Wo in Radevormwald wäre Tempo 30 vielleicht doch noch sinnvoll? Für welche Straßen wird eine Geschwindigkeitsbegrenzung gewünscht? Für welche nicht? Schreiben Sie uns eine E-Mail: radevormwald@bergische-morgenpost.de (mit Namen und Adresse). Wir veröffentlichen Ihre Meinung dann im Lokalteil.

Quelle: RP
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