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Radevormwald
Briefmarkenfreunde zeigen auf Großtauschtag ihre Schätze

Radevormwald. Mit zum Teil dicken Mappen, Alben und Aktenkoffern steuerten gestern Besucher die Aula der Gemeinschaftsgrundschule Stadt an der Hohenfuhrstraße an, wo der Großtauschtag der Philatelisten stattfand. Ihre mitgebrachten Schätze legten sie auf die Tische, gleichsam mit um sich suchenden Blicken. Spätestens hier kam sie zum Vorschein, die ausgeprägte Sammelleidenschaft. Von Sigrid Hedderich

Mit der Frage, wer eventuell noch die eine oder andere Briefmarke mit einem Berliner Motiv dabei haben könnte, kam ein Mitglieder des Philatelistenvereins Radevormwald in das Schulgebäude. Und tatsächlich, die Suche hatte Erfolg: Die kleine Sammlung "Berliner Postwertzeichen" konnte erweitert werden.

Der Tauschtag gestern war nach Aussage des Vorsitzenden Dieter Holland-Letz gewissermaßen die Generalprobe für das kommende Jahr, wenn der Philatelistenverein Radevormwald sein 50-jähriges Bestehen feiert. Dazu laufe schon die Vorbereitungsarbeit. "Wir planen, einen Sonderstempel herauszugeben", erzählte Holland-Letz. Als Motiv soll das historische Gartenhäuschen dienen.

Er zeigte sein Bedauern, dass heute kaum noch ein Brief mit einer Marke versehen auf die Reise gehe. Die moderne Variante des Umschlags mit Markenaufdruck diene der Philatelie keinesfalls. Teile seiner Sammlung konnten die Besucher des Tauschtags auf großen Stellwänden betrachten. Auch seine Radevormwalder Vereinskameraden hatte in den vergangenen Wochen die Tafeln aufbereitet, um ihre Marken themenbezogen präsentieren zu können. So konnten die Betrachter in die Tierwelt eintauschen, die Entwicklungsschritte des Automobils erkunden oder sich an das "Jahr des Kindes" 1979 erinnern. Viele Schautafeln zeigten die Postwertzeichen aus der Zeit direkt nach Kriegsende oder standen mit den neusten Ausgaben der heutigen Zeit in Konkurrenz.

Eine Tafel war ganz Papst Johannes Paul II. gewidmet, auf der auch Marken mit Mutter Theresa ihren Platz gefunden hatten. "Themen gibt es ausreichend. Und wer mit Herzblut dabei ist, kann viel dazu lernen", versicherte Holland-Letz. Er verglich eine aufwendig gestaltende Schautafel eines Themas mit der Erstellung einer kleinen Doktorarbeit: "Hier wird zu einem Thema tief in die Wissenschaft eingetaucht. Das ist sehr zeitaufwendig, macht aber auch sehr viel Freude."

Auch alte Postkarten sind der Renner. "Wir zeigen hier tolle Sammlungen", betonte der Vorsitzende. Der häufig veränderte Marktplatz fiel auf, wie auch der alte Flusslauf der Wupper. Fabrikhallen und Häuser, die nicht mehr existieren, luden ebenfalls zum Studieren ein. Weitere Ansichtskarten, teils mit altdeutscher Schrift am Rand beschrieben, zeigten Stadtmotive aus Wuppertal.

Dieter Holland-Letz hofft nun, dass die Geschichte des Radevormwalder Vereins noch lange weitergehen wird. "Wir sind heute nur noch 14 Mitglieder. Vielleicht müssen wir uns irgendwann mit anderen Vereinen zusammenschließen", lauten seine Überlegungen.

Quelle: RP
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