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Unternehmer Der Stadt
büra-Nachfolge langfristig vorbereitet

Unternehmer Der Stadt: büra-Nachfolge langfristig vorbereitet
Marius Wicher hat sich vor kurzem mit büra selbstständig gemacht und das Unternehmen von Heino Bünger aus Honsberg übernommen. FOTO: Hertgen
Radevormwald. Marius Wicher hat das Unternehmen büra aus dem Gewerbegebiet Ost von Gründer Heino Bünger übernommen. Von Marion Gerdel

Radevormwald Langfristige Vorausplanung war immer das Geheimnis von Heino Büngers Erfolg. Von dem Sprung in die Selbstständigkeit bis zur Planung des Wechsels in den Ruhestand. Bei ihm wird nichts dem Zufall überlassen. Der heute 67-jährige Rader hatte vor 15 Jahren das richtige Gespür dafür, rechtzeitig den Absprung aus dem Angestelltenverhältnis zu schaffen. "Mit der Firma, in der ich arbeitete, ging es bergab. Das war der entscheidende Grund, etwas Eigenes zu gründen", sagt er. Ein Bekannter brachte ihn auf die Idee, sich mit der Behandlung von Oberflächen selbstständig zu machen. "Nach meiner Ausbildung im Maschinenbau und der langjährigen Tätigkeit als Konstruktionsleiter, dachte ich mir, das kann ich", sagt Bünger.

Eineinhalb Jahre hat er sich in und um Rade umgesehen, hat sich bei zahlreichen Betrieben erkundigt, wer als Auftraggeber für Beschichtungsarbeiten in Frage käme. "Schnell war klar, dass die von mir geplante Firma Chancen hatte. Mir war aber wichtig, mich von der Konkurrenz abzuheben", sagt Bünger. Die Recherche führte dazu, dass er in seinem Betrieb den mit acht Metern Länge größten Ofen in der Region zur Verfügung stellen kann.

Vor 15 Jahren ließ er sich mit büra Oberflächentechnik als erster Betrieb überhaupt im Gewerbegebiet Ost nieder. "Am Kreisverkehr stand noch ein Rohbau, wir waren allein auf der grünen Wiese", erinnert er sich.

Schnell hatte sich in der Szene der Segelflieger herumgesprochen, dass Heino Bünger nicht nur durch den großen Ofen, sondern auch durch seine Spezialmaschinen und das Geschick seiner Mitarbeiter in der Lage ist, die Stahlgerippe der wertvollen Sportgeräte wieder wie neu aussehen zu lassen. "Unsere Kunden kommen aus ganz Deutschland. um vor allem ihre alten Klassiker aufarbeiten zu lassen", sagt der Honsberger, der auch im Vorstand des Vereins 3-Städte-Depot zum Erhalt historischer Maschinen aktiv ist.

Jetzt kam für Bünger die Zeit, den lange geplanten Eintritt in den Ruhestand zu vollziehen. "Ich habe jetzt 52 Jahre gearbeitet", sagt er, "irgendwann muss man loslassen. Ich will nun alles ruhiger angehen lassen, viel mit meiner Frau unternehmen, reisen und Musicals besuchen." Dass sein Betrieb erfolgreich weiterläuft, war ein großer Wunsch. Auch hier hat er nichts dem Zufall überlassen. Bereits vor acht Jahren hat er Marius Wicher als Betriebsleiter eingestellt. Der heute 40-Jährige hatte somit ausreichend Zeit, sich in alle Details einzuarbeiten. "Er hat zum Glück schon früh Interesse gezeigt, den Betrieb zu übernehmen", freut sich Heino Bünger, der weiß, wie schwer es heutzutage ist, geeignete Nachfolger zu finden.

Bünger steht Marius Wicher nach wie vor beratend zur Verfügung. Ein Angebot, dass dieser zu schätzen weiß: "Ich habe jetzt deutlich mehr Papierkram zu erledigen, früher war ich mehr im Betrieb als im Büro", erklärt Marius Wicher. Große Änderungen sind bei büra nicht zu erwarten. "Unser Maschinenpark ist auf dem neuesten Stand, unser Herzstück, das Pulverbeschichtungsgerät, ist sogar brandneu. Da sind erst einmal keine Investitionen nötig. Auch die Hallenfläche reicht vollkommen aus. Und sollte doch eine Erweiterung nötig sein, gibt es noch genug Fläche auf dem Firmengelände", sagt der neue Inhaber. Damit bleibt die erste Firma im Industriegebiet Ost diesem wohl noch lange erhalten.

Quelle: RP
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