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Radevormwald
Bürger fordern mehr Polizeipräsenz

Radevormwald: Bürger fordern mehr Polizeipräsenz
In Radevormwald passiert zu wenig, deshalb gibt es auch nicht mehr Personal. Die Polizei glaubt, dass die Ängste der Bürger nicht berechtigt sind. FOTO: jochen tack
Radevormwald. Den klassischen Streifenwagen für Radevormwald gibt es schon lange nicht mehr. Die 45 Beamten der zuständigen Wache in Wipperfürth werden flexibel eingesetzt. Weil aber zu wenig passiert, gibt es auch künftig nicht mehr Personal. Von Joachim Rüttgen

Immer wieder erreichen unsere Redaktion Anrufe und E-Mails verunsicherter Bürger, die sich um die Polizeipräsenz vor Ort Gedanken machen. Die meisten wünschen sich mehr Beamte auf der Straße. Vor allem nachts seien zu wenig Ordnungshüter unterwegs, ist häufig auch das Empfinden der Menschen in Radevormwald. Sie vermissen Polizisten im Stadtbild oder den regelmäßig vorbeifahrenden Streifenwagen und vermuten, dass das auf Kosten der Sicherheit der Bürger geht.

Polizeipressesprecherin Monika Treutler kennt diese Ängste, glaubt aber, dass sie unberechtigt sind. "Auskünfte darüber, wo wie viele Streifenwagen unterwegs sind, können wir aus einsatztaktischen Gründen zwar nicht bekanntgeben, aber die Verteilung der Beamten orientiert sich an den wachbezogenen Einsatzbelastungen", erklärt sie auf Anfrage unserer Redaktion.

Das heißt: Die Kollegen des Wachbereichs Wipperfürth, der auch die beiden Nordkreiskommunen Hückeswagen und Radevormwald betreut, bearbeiten im Schnitt etwa ein Viertel aller anfallenden Einsätze des Kreises. Die Personalstärke der Wache Wipperfürth (45 Kollegen) entspricht dieser Einsatzbelastung. Mehr Einsätze und mehr Kriminalität würde auch mehr Personal bedeuten, aber: "Wir sind einfach zu sicher und müssen deshalb mit dem uns zugeteilten Personal auskommen", sagt Monika Treutler. Heißt: Weil zu wenig passiert und es die Kriminalitätslage nicht hergibt, gibt es nicht mehr Personal. "Wir sind da, aber nicht überall gleichzeitig", sagt sie. Außerdem seien 45 Beamte eine gute Zahl, da habe der Kreis schon weniger gehabt.

Die Polizei setze ihr Personal flexibel ein und könne nicht mit starren Zahlen hantieren. Das bedeutet, dass es keine klaren Streifenbezirke mehr gibt, sondern einen größeren Wachbereich. Für den Nordkreis bedeutet das, dass die Kollegen für die Städte Radevormwald, Hückeswagen, Wipperfürth und Lindlar zuständig sind.

"Streife wird selbstverständlich in jedem Bereich gefahren. Wenn es die Einsatzlage oder Kriminalitätslage erfordert, setzen die Kollegen Schwerpunkte und bündeln ihre Kräfte. Das ist effizient und erfolgsorientiert", sagt Monika Treutler. "Wenn ich an die Tumulte vor zwei Wochen am Bürgerhaus in Rade denke, wo es nachts zu einer größeren Schlägerei kam, waren innerhalb weniger Minuten mehrere Streifenwagen vor Ort und konnten die Situation unter Kontrolle bringen", berichtet sie. Die Polizei habe genügend Personal, um flexibel und zeitnah zu reagieren und die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten.

Zudem weist Monika Treutler auf Einsatzmittel hin, die kreisweit unterwegs und besonders flexibel einsetzbar sind. Dazu zählen die Diensthundeführer, die Zivilkräfte, aber auch uniformierte Kräfte, wie die Kollegen des Verkehrsdienstes. "Die Aufgaben der Polizisten werden nicht nur landesweit, sondern auch im Oberbergischen immer anspruchsvoller und komplexer. Die aktuelle Flüchtlingssituation und die mit der Zuwanderung einhergehenden Unterstützungsmaßnahmen für Kreis und Kommunen sind dabei nur ein Teil der steigenden Anforderungen", betont die Sprecherin.

Insbesondere jetzt in der dunklen Jahreszeit, aber mittlerweile auch ganzjährig, beschäftige die Polizei das Thema "Wohnungseinbruch" in besonderem Maße. "Unser Ziel ist es, durch Prävention die Zahl der Einbrüche zu senken. Unsere Bezirksdienstbeamten und Kollegen der Kriminalprävention sind sehr aktiv und beraten regelmäßig", sagt Monika Treutler.

Da es den klassischen Streifenwagen für Hückeswagen und Radevormwald nicht mehr gebe, nehme selbstverständlich die Bedeutung der Bezirksbeamten vor Ort zu. Jeweils zwei sind in den beiden Nordkreiskommunen im Einsatz.

Was der Polizei ganz wichtig ist: Das Aufkommen an Hinweisen aus der Bevölkerung soll gesteigert werden: "Wir werden nicht müde, immer wieder zu betonen, wie wichtig der Anruf bei der 110 ist, wenn jemand verdächtige Beobachtungen macht. Meine Kollegen führen immer wieder Personen- und Fahrzeugkontrollen durch, um Hinweise auf mögliche Täter zu erlangen. Das Ziel ist es, Täter zu identifizieren und festzunehmen", betont Monika Treutler.

Die Polizisten täten jedenfalls auch 2016 alles dafür, damit der Oberbergische Kreis weiterhin zu den sichersten des Landes zählt.

Quelle: RP
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