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Radevormwald
Bürgerbusverein kommt ohne städtische Zuschüsse aus

Radevormwald. Mit 9715 Fahrgästen beförderte der Bürgerbus im vergangenen Jahr einige weniger als 2014, da waren es 10.087. Das teilt der Pressesprecher des Bürgerbusvereins, Wolfgang Schneidewind, in einer Jahresbilanz mit. "Der leichte Rückgang bei den Fahrgastzahlen kann verschiedene Ursachen haben. Wenn z. B. ein Fahrgast, der fast täglich den Bürgerbus benutzt hat, ausfällt, kommt schnell eine Verminderung von 40 Personen im Monat zustande", berichtet Schneidewind. Gründe hierfür können Krankheit, Umzug oder auch Tod sein, ergänzt der Vorsitzende Uwe Orzeske. Außerdem habe sich in den mehr als elf Jahren seit Bestehen des Bürgerbusangebotes auch die Bevölkerungsstruktur verändert. "Während damals die 70-jährigen Witwen nach dem Tod des Ehemanns keinen Führerschein hatten und den Wagen verkauften, haben die heutigen Frauen einen Führerschein und benutzen den eigenen Wagen wenigstens für Stadtfahrten", schreibt Schneidewind. Von Joachim Rüttgen

Der Bürgerbus mit Erdgas-Antrieb hat 2015 exakt 33.105 Kilometer zurückgelegt - zum Glück ohne große Reparaturen, so dass der Verein mit den Einnahmen aus Fahrscheinverkauf und Werbeflächen finanziell ohne städtischen Zuschüsse über die Runden kam. Während der Bürgerbus in der Hauptsache von älteren Gästen benutzt wird, sind Fahrgäste aller Altersstufen willkommen. "Es gibt auch einige Mütter, die mit ihren Kindern die Fahrgelegenheit in Anspruch nehmen", berichtet Schneidewind. Mit einem Einheitsfahrpreis von 1,80 Euro, der seit Jahren nicht verändert wurde, sei der Bürgerbus eine günstige Fahrmöglichkeit. Siegfried Winter, der zweite Vorsitzende des Vereins mit Wohnsitz an der Brede, wundert sich, dass trotzdem aus dem Bereich Brede, Keilbeck, Dahlhausen, Dahlerau und Niederdahl nicht noch mehr Fahrgäste den Bürgerbus benutzen, zumal gute Verbindungen bis zum Wuppermarkt (direkt gegenüber Aldi) und in die Stadt bestehen.

Kinder bis 14 Jahre zahlen einen Euro, und Schwerbehinderte mit amtlichem Ausweis und gültiger Marke werden kostenlos befördert. Der Anteil aus dieser Gruppe liegt zurzeit bei etwa 40 Prozent. Augenblicklich gibt es 23 Fahrerinnen und Fahrer, die ein- bis viermal im Monat für einen halben Tag den Bus ehrenamtlich steuern. Da es aus Altersgründen (vereinsintern wurde eine Obergrenze von 74 Jahren festgelegt) eine große Fluktuation gibt, sucht der Verein immer Frauen und Männer, die im Verein mitmachen wollen. Voraussetzung sind ein Führerschein B und zwei Jahre Fahrpraxis. Die Kosten für die ärztliche Untersuchung und die behördlichen Formalitäten werden vom Verein getragen. Interessenten können sich beim Vorsitzenden melden und mal eine Probefahrt mitmachen. www.buergerbus-radevormwald.de

Info Uwe Orzeske, Tel. 02195 8322.

Quelle: RP
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