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Radevormwald
Mans betont seine Unabhängigkeit

Bürgermeister von Radevormwald Johannes Mans betont seine Unabhängigkeit
Johannes Mans war am Sonntagabend nach Bekanntgabe der einzelnen Ergebnisse aus den Wahlkreisen überwältigt. Nach Bekanntgabe des vorletzten Wahlbezirks riss er die Arme hoch. FOTO: Nico Hertgen
Radevormwald. Der neue Bürgermeister Johannes Mans hat in den nächsten Tagen noch eine Doppelbelastung mit Arbeitsplatz in Manderscheid und Terminen in Rade zu bewältigen. In den nächsten Wochen möchte er viele Kontakte knüpfen. Von Wolfgang Scholl

Der Arbeitstag begann gestern für Johannes Mans etwas später als sonst. "Ich war erst um kurz nach 9 Uhr im Büro", sagte Mans. Noch in der Nacht seines großen politischen Erfolges in Radevormwald war er mit Ehefrau Kornelia nach Bettingen in der Eifel gefahren. Mit seinem Arbeitgeber hatte er einen möglichen Ausstieg schon vorher besprochen. "Morgen werden wir die Details klären. Deshalb kann ich auch noch nicht an der Verwaltungsvorstandssitzung teilnehmen", sagte Mans, der zunächst doppelgleisig fahren wird. "Am Donnerstag werde ich im Ausschuss für Stadtentwicklung erstmals zuhören", sagte er. Eine seiner Aufgaben ist es in den nächsten Tagen, eine Wohnung zu suchen und möglichst schnell den Umzug vorzubereiten.

Ziemlich ergriffen zeigte er sich auch gestern noch vom sehr großen Vertrauensvorschuss, den ihm die Radevormwalder gewährt haben. Mit der Kontaktaufnahme zu anderen Politikern hat der 57-Jährige bereits am Sonntagabend begonnen. Obwohl er von der AL nominiert worden ist, sieht er sich als frei an. "Ich hätte die Unterschriften nicht mehr zusammenbekommen", sagte er und ergänzte, "ich werde als unabhängiger Bürgermeister auf die Parteien zugehen." Dabei ist sich Mans, der am 21. Oktober sein Amt antritt, bewusst, dass er Mehrheiten suchen muss. "Ich hoffe, dass in den Parteien ein Prozess zu sachorientierter Politik einsetzt." Radevormwald brauche eine vernünftige Politik für die Menschen. "Ich glaube, dass wir das schaffen", sagte er.

Gewinner und Verlierer der Stichwahlen in NRW FOTO: dpa, rwe fpt

Der scheidende Bürgermeister Dr. Josef Korsten möchte seinen Nachfolger möglichst schnell in alle Entscheidungen mit einbinden. Er sieht sich in den kommenden fünf Wochen als Dienstleister für Johannes Mans. "Meine Ankündigung, ihm ein Büro zur Verfügung zu stellen, steht. Es ist der kleine Besprechungsraum", sagte Korsten. Der neue Bürgermeister erhalte auf Wunsch auch Akteneinsicht. "Ich werde versuchen, ihm zu helfen, dass er am 21. Oktober nicht bei Null anfängt", sagte Korsten. Mans soll dabei auch die Gelegenheit erhalten, mit den Rathausmitarbeitern zu sprechen. Besonders in Fragen der Haushaltsaufstellung möchte der Noch-Bürgermeister den Bald-Bürgermeister mit einbinden. Das gilt zum Beispiel für die Personalanforderungen in den einzelnen Fachbereichen. Aber auch bei anderen Themen soll Mans entscheiden. Der 57-Jährige aus Rheinland-Pfalz muss an seinem ersten Arbeitstag am Nachmittag direkt die Ratssitzung leiten und auch den städtischen Haushaltsvorschlag der Verwaltung einbringen.

Die nächste Ratssitzung, die bereits am 29. September ist, könnte Mans als stiller Beobachter auf der Tribüne miterleben. "An diesem Tag werde ich die Sitzung noch einmal leiten", sagte Korsten und erklärte auch das Prozedere der ersten Ratssitzung mit dem neuen Bürgermeister am 21. Oktober. Der stellvertretende Bürgermeister Ralf-Udo Krapp (CDU) wird die Sitzung eröffnen und Johannes Mans auf sein Amt vereidigen.

Danach übernimmt der neue Bürgermeister die Sitzungsleitung. Dieser hofft, dass es keine Blockade-Politik im Stadtrat geben wird. "Das Gefühl, dass das so kommt, habe ich bisher nicht gehabt", sagte Mans.

Quelle: RP
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